"Battlestar Galactica": Hyper-Raumsprung

13. März 2006, 15:46
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Freunde der Science-Fiction mussten sich lange mit immergleichen Wiederholungen von immergleichen Serien abfinden ...

Das Utopische im Fernsehen findet seit geraumer Zeit kaum noch statt: Freunde der Science-Fiction mussten sich lange mit immergleichen Wiederholungen von immergleichen Serien abfinden. Wie sattes Dröhnen aus Viper-Motoren klingen insofern die Worte: "Berechnen Sie bitte einen Hyper-Raumsprung."

Ab Mittwoch düsen Commander Adama und sein Sohn Apollo in "Battlestar Galactica" auf RTL2, im Sinn nichts Geringeres als die Rettung der Menschheit. "Battlestar Galactica" ist die Neuverfilmung nach der legendären Science-Fiction-Saga "Kampfstern Galactica" aus dem Jahr 1978. Die Fortsetzung zwei Jahre später floppte völlig, die Galactica starb einen stillen Serientod. 2003 machte sich der amerikanische Sci-Fi-Channel noch einmal an die Geschichte. Und erboste prompt die treu ergebene Fangemeinde durch Abweichungen vom Original.

Dabei sind genau sie es, die den neuen "Kampfstern" interessant machen, etwa die selbstbewussten Frauenrollen: Die Fliegerpiloten Starbuck und Boomer sind in der neuen Version weiblich. Oder James Edward Olmos als phlegmatischer Commander, der seine Mission wie einst Blake Carrington den "Denver Clan" unbeirrt zum Ziel führt.

Abgesehen davon dient "Battlestar" freilich vor allem der Angstbindung neurotischer Erdenbürger: Auf die Stadt Caprica City, mit sieben Millionen Einwohnern so groß wie New York, fallen Atombomben. "Es gibt nur noch eines", sagt der Commander: "Wir ziehen mit diesem Schiff in die Schlacht." (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 1.2.2006)

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    foto: rtl2
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