Enthüllungen

18. Juli 2007, 10:31
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Mit der heran­rückenden Bilanz­saison werden die immer köchelnden Dis­kussionen über Vor­stands­gagen wieder kräftig aufwallen

Diskussionen über Vorstandsgagen sind ein Dauerbrenner. Mit der heranrückenden Bilanzsaison ist klar: Das immer köchelnde Thema wird wieder kräftig aufwallen. Enthüllungen werden folgen. Oder es wird davor noch ein „Abkassierer“ herumgereicht.

Spitzenverdiener- Rankings gehören ebenso zum Alltag wie die Frage, ob denn verdient sei, was verdient wird. Österreich hat sich heuer nach hitzigen Diskussionen entschlossen, von den Führungsriegen der börsennotierten Firmen keine detaillierte Offenlegung der Gagen zu verlangen. Zu groß war der Druck der Industrie.

In den USA dagegen verschärft die Börsenaufsicht SEC gerade die Gangart. Sie sieht zu viel Spielraum in der dort seit Langem verpflichtenden Gagenoffenlegung. Zu dunkel sind ihr Pensionszahlungen, Benefits, Abschiedsremunerationen und verzögerte Vergütungen – die noch dazu Spielräume für die Versteuerung bieten. Argumentarium hat die SEC auch schon zusammengetragen: In Harvard etwa hat man die Pensionstöpfe von Executives auf durchschnittlich 15 Millionen Dollar taxiert. Bis 50.000 Dollar müssen Benefits nicht auf den Radar – da gehen sich ja eventuell ein paar private Flüge mit dem Firmenjet aus.

Jedenfalls: Investoren, so das Ziel, sollen auf einen Blick die Gesamtbezüge von CEO, Finanzchef und den nächsten drei folgenden Chefs in der Hierarchie sehen können. Solches gilt in Österreich lediglich als Stoff für die „Neidgesellschaft“. Was die Nichtenthüller im derzeit (noch) so erfreulichen Marktzyklus vergessen: Das größte Risiko der Aktienindustrie ist der Verlust der Glaubwürdigkeit bei ihren Investoren.(Der Standard, Printausgabe 28./29.1.2006)

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