Olympus will Amateure zu Spiegelreflex bringen

24. August 2006, 12:00
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Die fetten Jahre sind für die Hersteller digitaler Kameras vorbei. Jetzt geht es um neue Segmente, und eines davon sind Spiegelreflexkameras für ambitionierte Amateure. Die neue Olympus E-330 gehört dazu

Der unglaubliche Boom bei Digitalkameras ist bei Kompaktkameras - kleine Digicams für Fotoamateure - endgültig vorbei. Manche ziehen sich ganz aus dem überfüllten Markt zurück, wie eben erst Konica Minolta trotz seiner großer Fototradition. Andere - wie Olympus - schafften den Turnaround: Bei sinkendem Umsatz hat Olympus den Verlust im "Imaging-Bereich" im ersten Halbjahr 2004/05 (21 Mrd. Yen, 148 Mio. Euro) wieder in einen leichten Gewinn (2,7 Mrd. Yen, 19 Mio. Euro) gewandelt. Insgesamt sind Kameras nur der kleinere Teil des auf medizinische Geräte spezialisierten Herstellers.

Fest entschlossen

Olympus ist fest entschlossen, im Fotomarkt zu bleiben, erklärte Jörg Nimphy, Consumer-Marketingchef für Europa, dazu werde man einerseits um größere Marktanteile bei Kompaktkameras kämpfen, andererseits neues Wachstum im Spiegelreflex-Segment (SLR) und bei Zubehör suchen. Derzeit steuern SLR-Kameras nur drei Prozent zum Produktmix bei; in drei Jahren soll dies auf 20, in fünf Jahren auf 30 Prozent wachsen - und zwar durch zusätzliche Verkäufe und nicht auf Kosten der Kompaktkameras.

Da der SLR-Profi-Markt fest in der Hand von Canon (Marktführer) und Nikon ist, setzt Olympus hier darauf, dass auf den Geschmack gekommene Amateure (und jene, die früher mit analogen SLR fotografierten) in eine neue Kameraklasse aufsteigen. Das soll im heurigen Jahr die E-330 leisten, eine neue Kamera der vor drei Jahren gestarteten Olympus-E-Serie.

Spiegel-Trick

Um Digifotografen, die sich in den letzten Jahren an das Display anstelle des Suchers gewöhnt haben, mitzunehmen, kann die E-330 einen Trick, den bisherige Spiegelreflexkameras nicht können: Der Fotograf kann das Bild auch am Display, und nicht wie bei einer Spiegelreflex üblich, im Sucher komponieren. Dazu hat Olympus eine eigene Technik entwickelt, die trotz Spiegel (für den Sucher) eine Abbildung am Display ermöglicht. Das macht die E-330 (7,5 Megapixel, mit Objektiv ab 1050 ab Mai erhältlich) vielseitiger: Man kann dank schwenkbarem Display aus der Hüfte ebenso wie über eine Menschenmenge hinweg von oben Bilder knipsen.

Mju

Daneben hat Olympus auch seine Kompaktkameras weiter gepflegt; fast durchwegs sind die Bildauflösungen jetzt bei sieben Megapixel, und eine besonders robuste Version der Mju, die Mju 720, kann zum Schnorcheln bis drei Meter Wassertiefe ohne Schutz mitgenommen werden und soll Stürze aus eineinhalb Meter Höhe überstehen (399 Euro). Unterwasserfotografie ist übrigens ein weiteres Thema, das Olympus besetzen will - durch Gehäuse zum Schnorcheln (drei Meter) oder Tauchen (40 Meter). Auch die E-330 bietet hier ein Tauchgehäuse - auch für Wechselobjektive - bis zu 60 Meter Tiefe. (Helmut Spudich, DER STANDARD Printausgabe, 27. 01 2006)

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