Propagandastreit wegen Anzeigetafel der US-Vertretung

13. März 2006, 11:41
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Abdeckungsmauer soll Laufschrift verdecken - Fidel Castro beschimpft US-Diplomaten als "Kakerlaken"

Havanna - Der kubanische Staatschef Fidel Castro hat sich verärgert über eine elektronische Werbetafel an der US-Vertretung geäußert, die Zitate bekannter Menschenrechtler anzeigt. "Der einzige Zweck dieses Mülls ist es, die schwachen Beziehungen zu zerstören", sagte Castro. Der Staatschef äußerte sich am späten Mittwochabend bei dem Besuch von Arbeitern, die vor der US-Vertretung eine Mauer bauen, um die Tafel zu verdecken.

"Kakerlaken"

Das rund eineinhalb Meter breite elektronische Laufband läuft seit Mitte Jänner im fünften Stock über 25 Fenster der Vertretung. Neben neuesten weltpolitischen Informationen zeigt es Zitate von Menschenrechtlern oder Politikern wie Mahatma Gandhi, Abraham Lincoln oder Lech Walesa. Eine Mauer zu bauen, um die Kubaner von dem Rest der Welt zu isolieren, sei typisch für das Regime, sagte ein Sprecher der US-Vertretung.

Amerikanische Diplomaten erklärten, sie wollten mit dem Laufband die Informationsblockade im Land durchbrechen. Zu Beginn der Woche hatte Castro von "hinterhältigen Provokationen" gesprochen und die Diplomaten als "Kakerlaken" beschimpft.

In der Vergangenheit haben sich Kuba und die USA schon mehrfach regelrechte Propagandaschlachten geliefert. Die beiden Länder sind seit der Machtergreifung Castros 1959 erbitterte Gegner und unterhalten offiziell keine diplomatischen Beziehungen. Washington hat 1962 Sanktionen gegen Kuba erlassen, die weiter in Kraft sind. Castro wirft US-Diplomaten vor, die Regeln der internationalen Diplomatie zu brechen und Gegner des Regimes zu unterstützen. (APA/Reuters)

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    Präsident Castro vor der umstrittenen Laufschrift.

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