Intel-iMacs: Wesentlich langsamer als versprochen

14. März 2006, 14:27
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Erste Tests widersprechen den Behauptungen des Computerherstellers - Emulationsebene erweist sich auch als recht speicherhungrig

Dass PR-Ankündigungen oft nicht sehr gut mit der Realität korrelieren, ist wohl kein großes Geheimnis. Trotzdem ist es immer wieder interessant, die Aussagen der Hersteller auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Dies hat nun MacWorld gemacht und die Performance des eben erschienen iMacs mit Intel-Prozessor unter die Lupe genommen.

Speed

Im Vergleich zu einem iMac der alten Generation – noch mit PowerPC-Prozessor – sollen die neuen Geräte im Schnitt doppelt so schnell sein – dies hat nicht nur Steve Jobs bei der Ankündigung der neuen Hardware verlautbart, sondern verspricht auch die Webseite von Apple. Der Realität halten solche Versprechungen allerdings nicht annähernd stand: MacWorld konnte zwar tatsächlich einen Geschwindigkeitszuwachs ermitteln, dieser bewegt sich jedoch lediglich im Bereich von 10 bis 25 Prozent.

Unterschiede

Dabei variiert die Performance natürlich zwischen den einzelnen Anwendungen, negativ herausstechend war dabei iMovie 6, welches beim Videoexport auf einem Intel-basierten System deutlich langsamer zu Werke ging als auf einem G5. Allerdings schränkt MacWorld ein, dass dabei auch ein Bug in der Software die Ursache darstellen könnte.

Emulation

Noch weniger erfreut über die Ergebnisse werden Intel-Mac-BenutzerInnen sein, die Software einsetzen, für die es noch keine x86-Version gibt. Denn die Emulations-Ebene "Rosetta", die die Ausführung von PowerPC-Software auf Intel-Macs erst ermöglicht, hat so ihren Preis. Maximal halb so schnell waren die getesteten Anwendungen im Vergleich zum G5-iMac. So erreichte etwa Photoshop im Test 45 Prozent der Leistung des PowerPC-basierten Vergleichrechners.

RAM

Zusätzlich dürfte Rosetta auch eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf den Speicherverbrauch haben. So zeigen andere Tests, dass Programme, die im Emulationsmodus gestartet werden, zwischen 1,5 bis 3,77-mal so viel RAM benötigen wie deren x86-natives Pendant.

Abwarten

Für die, die von Anwendungen abhängig sind, die rechenintensiv sind, und für die es noch keine Version für Intel-Prozessoren gibt, ist der derzeitig Intel-iMac also noch keine Wahl, resümiert MacWorld. (red)

  • Zweimal so schnell soll er laut Werbung sein, der neue iMac. Ein Versprechen, das Apple allerdings nicht einlösen kann.
    montage: redaktion

    Zweimal so schnell soll er laut Werbung sein, der neue iMac. Ein Versprechen, das Apple allerdings nicht einlösen kann.

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