Falscher Priester mehrmals einschlägig aktiv

30. Dezember 2005, 15:49
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Aushilfspriester" in Schwaz, "Kirchenrechtsprofessor" in Berlin und Studiogast in "Vera"

Linz - Jener mutmaßliche falsche, aus Bayern stammende Priester, der als "Aushilfspfarrer" in zwei Gemeinden im Innviertel Messen las, ein Begräbnis gestaltete und die Pfarrwallfahrt anführte, dann aber vor Weihnachten entlarvt wurde, war offenbar schon mehrmals einschlägig aktiv. Er war "Aushilfspriester" in Schwaz in Tirol und "Kirchenrechtsprofessor" in Berlin, berichtete das ORF- Radio Oberösterreich.

Der Bayer ist nachdem er in Tirol und in Berlin aufgeflogen war, auch schon in den TV-Sendung "Vera" aufgetreten. Dort bekannte er, dass sein Handeln aus dem tiefen Wunsch komme, Priester zu werden. Es gebe von ihm ein Kinderfoto, auf dem er mit einer Klobürste segnend durch die Wohnung laufe. Tatsächlich erlernte er aber den Beruf eines Tischlers.

"Aushilfspfarrer"

1985 war er als "Aushilfspfarrer" in Schwaz in Tirol aufgetreten. Dort vollzog er sogar eine Trauung, die aber ungültig war und wiederholt werden musste. Zehn Jahre später war er "Universitätsprofessor für Kirchenrecht" in Berlin. Dort kam er allerdings mit seiner Hochstapelei nicht ungeschoren davon. Er wurde wegen unerlaubter Titelführung verurteilt. Die katholische Kirche nahm außerdem eine Exkommunikation vor. Später wurde allerdings festgestellt, dass er zu diesem Zeitpunkt gar nicht katholisch war.

Seine Tätigkeit als "Aushilfpfarrer" in Oberösterreich dürfte ohne große Folgen bleiben. Die Diözese hat vorerst keine rechtlichen Schritte angekündigt, er habe keinen materiellen Schaden angerichtet. Der Mann hat sich in Spitalbehandlung begeben, er scheint psychische Probleme zu haben. (APA)

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