2005 war das Jahr der "falschen UFOs"

3. Jänner 2006, 18:55
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Melde­stelle für außerge­wöhnliche Himmel­sphänomene im Dauer­einsatz - Wieder war "kein echter Alien-Besuch" dabei

Wien/Mannheim - 2005 war ein Jahr der "falschen UFOs". In Österreich, Deutschland und der Schweiz wurden 138 "verdächtige" Flugobjekte gesehen. Einige der Erscheinungen wurden gar von jeweils Hunderten Menschen beobachtet und sorgten für Zusammenbrüche der "UFO-Hotline", berichtete Werner Walter vom Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP).

Wieder keine Aliens

"So etwas habe ich in all meinen Jahren noch nie in dieser Dichte erlebt", sagte der Betreiber des "UFO-Beratungstelefons" in Mannheim. Allerdings: "Das Jahr blieb mal wieder ohne auch nur den Ansatz für einen echten Alien-Besuch", bedauerte Walter. 2004 hatte es nur knapp 60 Meldungen angeblicher UFOs gegeben. Die letzte "UFO-Welle" der diesjährigen Dimensionen liege ein Jahrzehnt zurück.

"Tatsächlich waren 78 Mal außerirdische Objekte für die Wahrnehmungen verantwortlich, doch die 'fliegenden Untertassen' waren kosmische Körper", betonte Walter. Ganz oben auf seiner Liste stehen 28 Meteorerscheinungen. Auch Venus (18 "Sichtungen"), Mars (16) und Jupiter (6) sowie der hell leuchtende Stern Sirius (10) sorgten für "Irritationen" bei Hobby-Himmelsbeobachtern.

Polarlicht, Wetterleuchten und Blitze

Ein mächtiges Polarlicht zu Jahresanfang, Wetterleuchten und Atmosphärenblitze ließen bei Unkundigen ebenfalls "UFO-Alarmglocken" läuten. Weiters wurden Walter "nicht erkannte Spionage-Satelliten-3er-Formationen wie das amerikanische NOSS-Trio für Bodenaufklärung oder in der Abenddämmerung rot angeleuchtete Flugzeug-Kondensstreifen" unter UFO-Verdacht gemeldet.

Immer wieder machen Mini-Heißluftballone, die Partygäste steigen lassen, Furore. "In der Silvesternacht geht's damit wieder los. Das ist eine sichere Hausnummer für UFO-Spekulationen", schmunzelt Walter. Wetterballone verursachten 2005 hingegen nur vier Mal UFO-Spuk. Folienballone mit Heliumabfüllung im Schwarm aber sind zwei Mal für "UFOs im Formationsflug" gehalten worden. Weitere "Sichtungen" betrafen Linsenreflexe in der Kameraoptik oder vom Blitzlicht aufgehellte Staubpartikel. In fünf Fällen kamen sogar Vögel auf Landschaftsfotos unter Verdacht.

Verblüfft war eine deutsche Lufthansa-Crew, die im November über dem Persischen Golf ein außergewöhnliches Ereignis am Himmel beobachtete. Walters Recherchen ergaben allerdings, dass das Himmelsphänomen eine von einer Ariane-Rakete freigesetzte Resttreibstoffwolke war, die im Sonnenlicht glitzerte. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Diese Aufnahme entstand in Mexiko am 5. März 2004. Wie das mexikanische Militär bestätigt, konnten Luftwaffenpiloten im Luftraum über Ciudad Del Carmen elf nicht identifizierbare Objekte beobachten.

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