Kenia: Dürrekatastrophe im Nordosten

30. Dezember 2005, 15:12
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Schätzungen zufolge sind an die 2,5 Millionen Menschen betroffen - Präsident Kibaki fordert Hilfe

Wajir - Wegen anhaltender Trockenheit in Kenia sind im Nordosten des Landes im Laufe des Monats mindestens 20 Kinder an Hunger oder Krankheiten gestorben. Im Krankenhaus der Stadt Garissa starben im Dezember mindestens acht Kinder an Unterernährung oder damit zusammenhängenden Krankheiten, wie ein Arzt der Nachrichtenagentur AFP sagte. Zwölf weitere Kinder seien in der umliegenden Region den Hungertod gestorben. Ärzte befürchteten, dass die Zahl der Toten noch steigen würde. Die Zahl der Not Leidenden wird auf etwa 2,5 Millionen Menschen geschätzt.

Appell an internationale Gemeinschaft

Hunderte Rinder seien in der Gegend etwa 500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Nairobi verendet, sagte ein ranghoher Vertreter des kenianischen Roten Kreuzes. Er fürchte, dass ganze Gemeinden, die ausschließlich von ihren Herden abhingen, "von der Karte verschwinden".

Präsident Mwai Kibaki besuchte am Dienstag die beiden am Schwersten von der Dürre heimgesuchten Gebiete und versprach, dass in der ganzen Region neue Brunnen gegraben werden sollten. Zugleich rief er die internationale Gemeinschaft zu Hilfen auf. Seine Regierung habe bereits umgerechnet fast 34 Millionen Euro freigestellt. Es fehlten aber noch etwa 84 Millionen Euro, sagte Kibaki. (APA/AFP)

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