Fußballstadion heißt wieder Graz-Liebenau

26. Dezember 2005, 21:14
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Name des Gouverneurs wurde in einer Nachtaktion entfernt, um kein Aufsehen zu erregen

Graz - Der vorläufige Schlusspunkt in dem von Bürgermeister Siegfried Nagl (V) als "Provinzposse" bezeichneten Zwist um den kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger wurde in der Nacht auf den Stephanitag gesetzt: In einer nächtlichen Aktion wurden die Metall-Buchstaben "Arnold Schwarzenegger" vom Fußballstadion in Graz-Liebenau entfernt. So hatte es der Ex-Filmschauspieler mit steirischen Wurzeln verlangt, weil im Grazer Gemeinderat eine Mehrheit für eine Umbenennung der Arena war, nachdem der Gouverneur einen zum Tode Verurteilten nicht begnadigt hatte.

Um nur ja kein Aufsehen zu erregen, wählten Politik und Stadionverwaltung einen Zeitpunkt zum Abmontieren der Buchstaben, zu dem ganz Österreich traditionell Ruhe hält oder auf Urlaub ist - die Weihnachtsfeiertage. Schon im Vorfeld hatten sich alle zuständigen Stellen ungewöhnlich zugeknöpft gegeben, wenn nach dem Zeitpunkt der Demontage des rot-weißen Schriftzugs gefragt worden war. Man wolle vermeiden, dass der Name Schwarzenegger am Boden herumliege, vielleicht noch jemand darauf herumsteige und davon auch noch Fotos gemacht würden, hatte ein Rathaus-Exponent gesagt, der nicht genannt werden wollte.

Liebenau

Am Montagvormittag war von den Demontagearbeiten keine Spur mehr zu sehen, lediglich der Schriftzug "Stadion Graz-Liebenau", wie das Fußballrund vor 1998 geheißen hatte, prangte nun auf der Frontseite.

Die Entscheidung des kalifornischen Gouverneurs Schwarzenegger, seiner Heimatstadt Graz den Gebrauch seines Namens zu untersagen und den ihm verliehenen Ehrenring zurück zu schicken, hatte vor Weihnachten für einige Aufregung in der Politik gesorgt. Steirische ÖVP-Politiker schrieben Schwarzenegger Briefe mit Klarstellungen und distanzierten sich von der Kritik, die von Sozialdemokraten, Kommunisten und Grünen geübt worden war. Diese hatten argumentiert, Graz könne als "Menschenrechtsstadt" nicht ein Stadion nach jemandem benennen, der die Todesstrafe befürworte und auch deren Anwendung zulasse.

Der Grazer Bürgermeister Nagl hatte in einem Brief den Gouverneur gebeten, dass "Arnie" den Ring behalten möge, Touristiker hatten wirtschaftliche Schäden befürchtet, aber ihre Behauptungen nicht mit Zahlen untermauern können. Schwarzenegger selbst hatte erklärt, er habe "klare Fronten schaffen" wollen. Der von ihm zurück gesandte Ehrenring ist mittlerweile auch im Grazer Rathaus eingetroffen, er könnte laut einem Bericht der Grazer Wochenzeitung "Die Woche" im Stadtmuseum ausgestellt werden. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Ring aufzubewahren, falls Schwarzenegger ihn wieder haben wolle. (APA)

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