Mehrheit fürchtet die Vernachlässigung Wiens

26. Dezember 2005, 15:22
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Umfrage: Angst vor Übersehen heimischer Probleme

Alle schauen nach Brüssel, aber die meisten finden das nicht gut. Die Mehrheit der Österreicher fürchtet, dass die Politik im kommenden Halbjahr so sehr auf Europa ausgerichtet ist, dass die in Österreich anstehenden Aufgaben deshalb vernachlässigt werden. Das geht aus einer in der Vorwoche durchgeführten Umfrage des Linzer market-Instituts für den STANDARD hervor. Den 400 repräsentativ ausgewählten Befragten wurden zwei Meinungen vorgelegt:
  • "Die einen sagen, dass sich die österreichischen Politiker im nächsten halben Jahr zu sehr um Europa kümmern werden und dabei die Probleme in Österreich übersehen." Dieser Haltung schlossen sich 46 Prozent an - bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 55 Prozent, die so denken. Besonders stark ausgeprägt ist die Befürchtung, dass die österreichischen Anliegen von der EU-Politik überlagert würden, bei Menschen geringer Bildung. Je größer der Wohnort der Befragten ist, desto eher teilen sie die Angst, dass die politischen Hausaufgaben im nächsten halben Jahr nicht erledigt würden.
  • Als Alternativmeinung wurde angeboten: "Die anderen sagen, dass die österreichischen Politiker im nächsten halben Jahr viel für Europa bewirken können und dadurch auch Österreich stärken und seine Probleme erleichtern können." Das meinen nur 37 Prozent - in hohem Maß Angehörige der höheren Bildungsschicht, deklarierte ÖVP- und Grünen-Wähler und Bewohner des ländlichen Raumes.

    17 Prozent können oder wollen sich weder der einen noch der anderen Position anschließen. (DER STANDARD, Printausgabe 19.12.2005)

  • Von Conrad Seidl
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