Und Mama hat doch Recht: Wer friert, erkältet sich schneller

21. Dezember 2005, 18:59
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Laut britischer Studie liegt der Grund in der Nase

London - Schon seit jeher ermahnen Mütter ihre Kinder, sich warm anzuziehen, um sich nicht zu erkälten. Nun haben britische Wissenschafter des Common Cold Centre in einer Studie bewiesen, dass der gut gemeinte Ratschlag durchaus seine Berechtigung hat: Wer friert, riskiert schneller eine Erkältung.

Die Forscher rekrutierten 180 Testpersonen, von denen die eine Hälfte ihre nackten Füße für 20 Minuten in eiskaltes Wasser stecken musste, während die Kontrollgruppe davon verschont blieb. Innerhalb der nächsten fünf Tage entwickelte sich bei 29 Prozent der Eisfüßler eine Erkältung, wohingegen nur neu Prozent aus der nicht frierenden Vergleichsgruppe eine solche erlitten.

"Wenn Erkältungen die Runde machen, dann sind viele Menschen nur ein wenig infiziert und zeigen keinerlei Symptome", erklärt Ronald Eccles, Koautor und Direktor des Forschungsinstituts. Das Immunsystem hält die Viren in Schach. "Wenn der Mensch aber friert, ziehen sich die Blutgefäße in der Nase zusammen." Ein körpereigener Reflex, um möglichst wenig Wärme abzugeben. Doch dadurch fliest weniger Blut durch die Nase und führt zu einer geringeren Versorgung mit weißen Blutkörperchen, die Infektionen aktiv bekämpfen. Außerdem verlangsamt die Kälte in der Nase die Produktion von Schleim, der die Viren bindet und in den Magen befördert, wo sie zerstört werden.

Erwachte Infektion

"Während also das bedauernswerte Geschöpf meint, es hätte sich eine Erkältung zugezogen, hat sich tatsächlich der nur schlummernde grippale Infekt durch eine kalte Nase verschlimmert" - und die typischen Symptome hervorgerufen. Die im Journal Family Practice publizierte Studie unterstreicht damit auch den Zusammenhang, dass grippale Infekte in der nassen und kalten Jahreszeit weitaus häufiger auftreten als im Sommer. So ist die Nase im Winter allgemein kälter und weniger durchblutet.

"Eine kalte Nase könnte einer der Hauptfaktoren für die saisonal auftretenden grippalen Infekte sein", vermutet Eccles. "Sobald der Winter kommt, packen wir uns in Winterkleidung warm ein, aber die Nase bleibt weiterhin in der kalten Luft." Eccles trägt im Winter immer einen Schal um Hals und über Nase - es helfe, sagt er. (grote, DER STANDARD, Print, 16.12.2005)

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