Zweites Training, zweite Ghedinabestzeit

17. Dezember 2005, 13:51
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Italiener schockte im Gröden-Training die Konkurrenz - 1,48 Sekunden Vorsprung, Fritz Strobl als Dritter bester Österreicher

Gröden - Da musste selbst Kristian Ghedina zwei Mal auf die Anzeigetafel schauen - satte 1,48 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Schweizer Bruno Kernen hatte der italienische Abfahrts-Haudegen am Donnerstag im zweiten Abfahrtstraining in Gröden. Auch die Österreicher staunten nicht schlecht über die Art und Weise der zweiten Ghedina-Bestzeit im zweiten Training.

Bester ÖSV-Läufer war Abfahrts-Weltcup-Leader Fritz Strobl als Dritter mit 1,64 Sekunden Rückstand, ebenfalls in den Top-Ten landeten Norbert Holzknecht (6.), Hermann Maier (9.) und Andreas Schifferer (10.). Michael Walchhofer legte den Zielhang wedelnd zurück und wurde 22..

Erklärbar wird die Dominanz des Gröden-Vierfachsiegers auch durch die Tatsache, dass der 36-Jährige als einer von wenigen Top-Läufern voll gefahren ist. "Das war Vollgas. Gestern hatte ich noch einige Fehler, die wollte ich ausbessern. Außerdem habe ich heute noch einen neuen Ski probiert", berichtete der Italiener, der mit ständigen Rückenschmerzen zu kämpfen hat.

"Wenn ich in der Hocke bin, habe ich starke Schmerzen auf der rechten Seite. Die Rückenbeschwerden habe ich schon seit meiner Jugendzeit in der italienischen B-Mannschaft." Seine Favoritenrolle für die Abfahrt am Samstag wird er aber wohl nicht mehr los, den Auftakt der Gröden-Rennen macht aber am Freitag (12:15 Uhr) der Super G.

2004 hatten Ghedina und Franz Klammer - die Rekordsieger auf der Salsong - eine Sieg-Wette abgeschlossen, die Ghedina mit Platz zwölf klar verlor. Der Cortinese musste daraufhin gemeinsam mit Klammer in Kärnten für einen guten Zweck Eis verkaufen. Kommt es diesmal zur Revanche? "Wenn ich gewinne, muss er zu mir nach Hause Holzhacken kommen. Ich weiß aber noch nicht, ob ich ihm diese Wette anbiete."

"Schaut euch den Ghedina an, das ist nicht von schlechten Eltern", lautete der erste Kommentar von Olympiasieger Strobl. "Aber die Frage ist: Wie viel Reserven hat er noch? Das wissen wir nicht." Walchhofer wäre wie am Mittwoch, als er Zweiter war, wieder vorne dabei gewesen, bremste aber im Finish extrem ab, um eine etwas niedrigere Startnummer zu ergattern: "Wenn die Bedingungen so perfekt bleiben, dann sollte meine Nummer passen."

Einen wenig gut gelaunten Eindruck machte Maier im Ziel. "Es läuft noch nicht so harmonisch wie ich das gerne hätte. Mir fehlt das hundertprozentige Vertrauen in die Abstimmung. Mir hat es den Ski ein paar Mal gefangen, er bleibt nicht so am Boden wie er sollte." Interessierter Trainingsgast war am Mittwoch Hannes Trinkl. Der Ex-Abfahrts-Weltmeister besuchte am Mittwochabend seine ehemaligen ÖSV-Teamkollegen und postierte sich beim Training in der Nähe der Kamelbuckel.(APA)

Ergebnisse vom zweiten Training für die Weltcup-Abfahrt der Herren in Gröden (Samstag, 12.15 Uhr/live ORF 1) am Donnerstag auf der 3.446 Meter langen Saslong:

1. Kristian Ghedina ITA 1:56,39 
2. Bruno Kernen SUI       +1,48 
3. Fritz Strobl AUT        1,64  
4. Antoine Deneriaz FRA    1,71 
5. Bode Miller USA         2,04 
6. Norbert Holzknecht AUT  2,05  
7. Marco Büchel LIE        2,08 
8. Erik Guay CAN           2,10 
9. Hermann Maier AUT       2,18  
10. Didier Defago SUI      2,29 
. Andreas Schifferer AUT   2,29  
19. Hans Grugger AUT       2,86 
22. Michael Walchhofer AUT 3,06 
24. Klaus Kröll AUT        3,08 
30. Andreas Buder AUT      3,33 
36. Christoph Gruber AUT   3,54 
44. Georg Streitberger AUT 3,85 
45. Josef Strobl SLO       3,96 
46. Matthias Lanzinger AUT 4,06 
54. Hannes Reichelt AUT    4,75 
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Kristian Ghedina auf den Kamelbuckeln.

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