Eierstock-Krebs entkommt der Abwehr

21. Dezember 2005, 18:59
posten

Wiener Forscher sind den Mechanismen der Tumorzellen auf der Spur

Wien - Krebszellen sind Meister der Tarnung, vor allem wenn es darum geht, der körpereigenen Abwehr zu entkommen. Wissenschafter um Michael Krainer von der Klinik für Innere Medizin I der Medizinischen Universität Wien haben zwei von einander unabhängige Mechanismen entdeckt, wie Tumorzellen beim Eierstockkrebs den Abwehrreaktionen des Körpers entgehen. Die Forschungen wurden vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) unterstützt.

Fehlende Rezeptoren

Ein wichtiger Schutzmechanismus des Körpers ist der so genannte Zellselbstmord, im Fachjargon Apoptose genannt. Normalerweise werden in ihrer Funktion beeinträchtigte Zellen mit einem Signalmolekül versehen, dieses bewirkt dann den Tod der Zellen. Die Forscher haben nun herausgefunden, dass in 20 Prozent der Tumorzellen das zuständige Signalmolekül "TRAIL" nicht andocken kann, weil den Zellen die nötigen Rezeptoren "DR4" und "DR5" fehlen.

Protein-Einsatz

Bei weiteren 40 Prozent der Krebszellen fanden die Wiener Wissenschafter einen zusätzlichen Mechanismus mit denen der Zelltod verhindert wird: Ein Protein namens "FLIP", verhindert die heilsam zerstörerische Wirkung von "TRAIL", auch wenn es an die Zelle andockt.

Bei ihren Untersuchungen kamen die Forscher zu dem Ergebnis, dass in 65 Prozent der untersuchten Krebszellen zumindest einer der gefundenen Mechanismen zur Verhinderung des Zellselbstmordes aktiv ist. Sechs Prozent verfügen über beide Mechanismen. Derzeit arbeiten die Mediziner auf Grund ihrer neuen Erkenntnisse an neuen Therapieansätzen. (APA)

Share if you care.