Wien: Causa Escort Service ruht

14. Dezember 2005, 18:48
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Die Justiz wartet nach wie vor auf den Vorerhebungsbericht

Wien - Das Justizministerium und die Oberstaatsanwaltschaft warten nach wie vor auf einen Vorerhebungsbericht zu der Frauenhandel-Affäre von der zuständigen Staatsanwaltschaft Korneuburg. Der dort mit dem heiklen Fall betraute Staatsanwalt Kurt Demler ist nach wie vor damit beschäftigt, diesen Bericht zu erstellen. Gegenüber der APA wollte Demler am Mittwoch inhaltlich nichts zu dem Fall sagen. Der Bericht sei jedenfalls im Endstadium und sollte noch vor Weihnachten fertig werden, hofft der Staatsanwalt.

Noch keine Folgen für die "Freier"

Wie dieStandard.at berichtete, sind die Betreiber des von zum Teil sehr prominenten Kunden genutzten Escort Service zu mehrmonatigen Haftstrafen verurteilt worden, während der intime Kontakt mit minderjährigen Prostituierten für die "Freier" bisher keine Folgen hatte. Obwohl seit einer Gesetzesnovelle für entgeltlichen Sex mit unter 18-Jährigen bis zu drei Jahre Haft vorgesehen sind, wurden einige der Männer aus den besten Kreisen nicht ein Mal einvernommen.

Daraufhin hat Oberstaatsanwalt Werner Pleischl eine Weisung an die Staatsanwaltschaft Korneuburg erteilt, die bis dato nicht gegen die Verdächtigen vorgegangen war. "Aus optischen Gründen" - so Pleischl - wurde vor drei Monaten ein neuer Staatsanwalt, nämlich Kurt Demler, mit der heiklen Angelegenheit betraut.

"Noch haben wir diesen Vorerhebungsbericht nicht", erklärte Christoph Pöchinger, Sprecher von Justizministerin Karin Gastinger (B), auf Anfrage der APA. Im Justizressort rechnet man damit auch nicht bis Jahresende. Auch Pleischl, wusste nichts Neues: Er warte seit Wochen auf den Bericht. (APA)

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