Deutschen Festnetzanbietern reicht Gebührensenkung der Mobilfunker nicht

22. Dezember 2005, 10:14
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Der Branchenverband BREKO forderte am Mittwoch eine weitere deutliche Reduzierung der Preise

Den Festnetzanbietern geht die für Donnerstag angekündigte Gebührensenkung der Mobilfunker für die Weiterleitung von Gesprächen nicht weit genug.

Der Branchenverband BREKO forderte am Mittwoch eine weitere deutliche Reduzierung der Preise. "Terminierungsentgelte im Bereich von fünf Cent sind realistisch", sagte Breko-Präsident Peer Knauer. Die beiden großen Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone haben eine Senkung der Terminierungsentgelte - also der Preise, die die Mobilfunker für die Weiterleitung von Gesprächen aus dem Festnetz nehmen - zum 15. Dezember auf elf Cent angekündigt. Die KPN-Tochter E-Plus und O2 wollen nach früheren Angaben auf 12,4 Cent je Minute gehen.

Die Mobilfunkanbieter machen einen bedeutenden Teil ihres Umsatzes mit diesen Terminierungsentgelten. Mit der erneuten freiwilligen Gebührensenkung wollen die Mobilfunkanbieter eine mögliche Preisregulierung durch die Bundesnetzagentur vermeiden. Dennoch liegen die Preise noch deutlich über den Gebühren, die Festnetzbetreiber auf der anderen Seite von den Mobilfunkern für die Weiterleitung von Gesprächen kassieren. Bei Markteintritt der Mobilfunknetzbetreiber waren ihnen die höheren Gebühren als Ausgleich für Investitionskosten in die Netze gewährt worden.

"Jetzt kommt es darauf an, dass der Regulierer der offensichtlich bestehenden Wettbewerbsverzerrung ein Ende setzt", sagte Knauer. Bundesnetzagentur und EU-Kommission sind sich einig, dass alle vier am deutschen Mobilfunkmarkt aktiven Netzbetreiber bei Gesprächen, die aus dem Festnetz in ihr jeweiliges Netz gehen, eine marktbeherrschende Stellung haben. Ob die Bundesnetzagentur die Preise künftig reguliert, ist aber noch offen. Die Behörde will sich die Preisentwicklung zunächst anschauen und mit anderen europäischen Ländern vergleichen.

Die Terminierungsentgelte seien weiter deutlich überhöht und orientierten sich nicht an den tatsächlichen Kosten, hieß es. "Angesichts von Endkundentarifen von drei Cent für die gleiche Leistung in umgekehrter Verkehrsrichtung finanzieren wir nach wie vor die Geschäftsmodelle unserer Wettbewerber", kritisierte Knauer. "Uns kommt es darauf an, dass Mobilfunknetzbetreiber zukünftig nicht mehr mit überhöhten Vorleistungsentgelten Produkte und Tarife subventionieren können, die einzig und allein auf den Ersatz des Festnetzes abzielen." (Reuters)

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