Auffallend viele Asthmafälle bei Linzer Kindern

14. Dezember 2005, 09:29
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Feinstaub verkürzt die Lebenserwartung

Linz - Vor allem Kinder und Jugendliche erkranken in der oberösterreichischen Landeshauptstadt auffallend oft an den Atemwegen. So kommen in Linz auf 100.000 Einwohner rund 450 Kinder pro Jahr, die wegen obstruktiver Lungenerkrankungen wie Asthma oder Bronchitis zu einer stationären Behandlung ins Krankenhaus müssen. In Oberösterreich sind es dagegen 250, geht aus dem ersten Linzer Gesundheitsbericht aus dem Jahr 2002 hervor.

Die Abteilung für Lungenheilkunde des AKH Linz hat seit 1990 mit jedem Jahr um neun Prozent mehr Patienten. "Insbesondere bei der Schadstoffbronchitis (COPD) sei eine langsame, aber stetige Zunahme zu verzeichnen", informiert deren Primar Herwig Schinko. Die Feinstaubbelastung nennt er als eine der Ursachen für die wachsende Zahl an Atemwegserkrankungen. Der Römerbergtunnel in Linz zählt etwa laut VCÖ zu jenen zehn Orten in Österreich, an denen der Grenzwert für PM10 am häufigsten überschritten wird. Bis Ende November war dies an jener Hauptverkehrsachse an 57 Tagen der Fall.

Zunahme der "Vorsterblichkeit"

Als mögliche Folge dieser erhöhten Schadstoffkonzentration nennt der Primar eine Zunahme der "Vorsterblichkeit". Das heißt jene Personen, die dauerhaft dieser Umweltbelastung ausgesetzt sind und deshalb "weniger Reserven als Gesunde besitzen, können einige Zeit früher sterben." Medizinische Beweise für Feinstaub als direkte Todesursache gebe es laut dem Facharzt jedoch nicht. Das mit Abstand höchste Risiko an COPD zu erkranken, besäßen noch immer Raucher. 80 Prozent der Schadstoffbronchitis seien auf das Rauchen zurückzuführen, so Schinko. (ker, DER STANDARD-Printausgabe 13.12.2005)

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