Rocca fängt Raich noch ab

21. Dezember 2005, 10:17
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Italiener gewinnt Heim-Slalom in Madonna di Campiglio - Raich kann Halbzeit-Führung nicht ins Ziel retten - Palan­der Dritter

Madonna di Campiglio - Genau zehn Jahre nach dem letzten von insgesamt drei Alberto-Tomba-Erfolgen hat Giorgio Rocca am Montag wieder für einen italienischen Heimsieg in Madonna di Campiglio gesorgt. Der 30-Jährige triumphierte dank eines entfesselten zweiten Durchgangs vor rund 7.000 Tifosi. Der Tiroler Benjamin Raich, der nach dem ersten Lauf geführt hatte, wurde mit 0,25 Sekunden Rückstand bei starkem Schneefall Zweiter.

Neben Raich sorgte vor allem der Salzburger Reinfried Herbst, der überraschend Achter wurde und das beste Ergebnis seiner bisherigen Weltcup-Karriere einfuhr, für Zufriedenheit im ÖSV-Lager. Der Kärntner Rainer Schönfelder hatte mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen und wurde nur 16.. Nur dieses Trio hatte sich aus rot-weiß-roter Sicht für den zweiten Lauf qualifiziert, Topfavoriten wie Manfred Pranger oder Mario Matt schieden bereits in Lauf eins aus. Bode Miller (USA) folgte im zweiten Durchgang, der Amerikaner fädelte ein.

Achter Weltcup-Erfolg

Für Rocca, der im unteren Teil des zweiten Durchgangs ganz groß auftrumpfte, war es der achte Weltcup-Erfolg, der achte im Slalom. Gleichzeitig liegt der Mann aus Livigno in der Nähe Bormios mit zwei Siegen in zwei Saison-Slaloms und dem Maximum von 200 Punkten souverän an der Spitze des Slalom-Weltcups.

Raich konnte trotz der Halbzeitführung mit dem zweithöchsten Treppchen gut leben. "Vor allem im oberen Teil bin ich sehr gut gefahren. Ich brauche niemandem etwas zu beweisen, die Form stimmt", so der Tiroler, der mit Platz eins zu ÖSV-Slalom-Rekord-Sieger Thomas Stangassinger (zehn Weltcup-Siege) aufgeschlossen hätte.

Strahlender Herbst

Strahlend präsentierte sich im Ziel Reinfried Herbst. "Perfekt, sensationell", freute sich der 27-Jährige, der mit Nummer 42 und einem Fragezeichen auf dem Helm (Herbst sucht noch einen Kopfsponsor) für doppeltes Aufsehen sorgte. Wirklich überraschend kam das Top-Ergebnis nicht. "Denn nachdem ich mich bis Ende Oktober abseits des ÖSV auf eigene Faust vorbereiten musste, habe ich danach bei den internen Testläufen einige Bestzeiten markiert." Und bereits beim Slalom-Saison-Auftakt in Beaver Creek war Herbst als Zwölfter zweitbester ÖSV-ler gewesen - das war auch bis Montag sein bestes Weltcup-Resultat.

Matt und Pranger out

Für die ÖSV-Siegkandidaten Matt (Startnummer 6) und Pranger (7) war der Arbeitstag bereits nach wenigen Fahrsekunden des ersten Laufs zu Ende - beide Tiroler verabschiedeten sich mit klassischen Innenskifehlern. Während Matt, in Beaver Creek als Vierter bester Österreicher, trotz des Outs Zuversicht versprühte - "Das kann im Slalom immer passieren. Ich weiß, dass ich super in Form bin, das hat auch die Zwischenzeit gezeigt" - geriet Pranger doch ein wenig ins Grübeln: "Zwei Ausfälle in Serie, das nagt schon ein bisschen." In Beaver Creek hatte sich der 27-Jährige bei seinem Sturz den Daumen verletzt, "am Daumen ist es aber nicht gelegen, das ist kein Problem".

Auch Kilian Albrecht scheiterte bei seinem Comeback im ÖSV-Team bereits im ersten Lauf. Die zweite und möglicherweise bis auf weiteres letzte Chance im "Power Team" gibt es für den Vorarlberger kommende Woche beim Slalom in Kranjska Gora.(APA)

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    Rocca verteidigte das Rote Trikot eindrucksvoll.

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