Tiefkühlwerk in Groß-Enzersdorf soll an Frenzel-Gruppe gehen

13. Dezember 2005, 19:46
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Verhandlungen dauern an - Endgültige Einigung zwischen Land Niederösterreich und Liegenschaftseigentümern steht noch aus

Wien - Das Austria Frost-Tiefkühlwerk in Groß-Enzersdorf bei Wien soll an die ostdeutsche Frenzel-Gruppe gehen. Das hat der in Wien tagende Gläubigerausschuss in den Abendstunden des Montag beschlossen. Das Land Niederösterreich werde die Vereinbarung "tatkräftig unterstützen", die diesbezüglichen Vereinbarungen müssten aber am Dienstag, "noch dingfest gemacht werden", ließ Masseverwalter Christoph Stapf gestern in den Abendstunden über einen Sprecher erklären. Heute wird laut Stapf weiterverhandelt. Die Gespräche gingen "positiv und zügig voran", ließ der APA Mitte des Nachmittags ausrichten.

Noch nicht endgültig fixiert ist dem Vernehmen nach der Verkauf der Liegenschaft von den bisherigen Eigentümern (Immorent/VA Tech/Siemens) an Frenzel bzw. an ein weiteres Konsortium unter Führung der niederösterreichischen Ansiedlungsgesellschaft Eco Plus. Diese Gruppe soll knapp die Hälfte des großen Werksareals von 28 Hektar erwerben, um die Fläche weiter entwickeln zu können. Ein formeller Abschluss dazu wird Dienstag Nachmittag erwartet.

Werk soll weiter geführt werden

Der Käufer des Werks, Frenzel, will gemäß dem von ihm vorgelegten Konzept das Werk voll weiterführen.

Die Frenzel-Gruppe ist ein Hersteller von Tiefkühlkost (Gemüse, Früchte, Kartoffelspezialitäten) und Eiscreme mit Sitz im sächsischen Mochau. Mit drei Produktionswerken in Sachsen, Brandenburg und Thüringen haben zuletzt 270 Frenzel-Mitarbeiter einen Umsatz von gut 60 Mio. Euro erwirtschaftet. Die ostdeutschen Interessenten waren auch die erklärten Favoriten der Belegschaft und der zuliefernden Bauern gewesen.

Kaufsumme wurde am Montagabend keine genannt, die von den Interessenten vorgelegten Bankgarantien, die einen Hinweis auf die Summe geben können, belaufen sich laut früheren Angaben auf sechs bis acht Mio. Euro. In dem Insolvenzfall sind insgesamt 42 Mio. Euro an Forderungen angemeldet, lediglich 12 davon sind vom Masseverwalter derzeit auch anerkannt. (APA)

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