Sarah Kirsch erhält Jean-Paul-Preis

16. Dezember 2005, 12:17
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Dotierung mit 15.000 Euro

München - Die Schriftstellerin Sarah Kirsch ist am Freitag in München mit dem Bayerischen Literaturpreis geehrt worden. Für die erkrankte Dichterin nahm ihr Lektor Stefan Meyer die Auszeichnung entgegen. Der mit 15.000 Euro dotierte Jean-Paul-Preis würdigt alle zwei Jahre ein literarisches Gesamtwerk eines deutschsprachigen Autors. Sarah Kirsch sei eine Dichterin ersten Ranges, die die Lyrik der letzten Jahrzehnte entscheidend geprägt habe, hieß es in der Preis- Begründung.

Mit Sarah Kirsch werde eine Schriftstellerin ausgezeichnet, die nach dem Elementaren suche und der archaischen Natur des Menschen unter der dünnen Schicht der Zivilisation auf den Grund gehe, sagte Bayerns Kunstminister Thomas Goppel (CSU) bei der Preisübergabe im Münchner Prinzregententheater. "Die Gedichte von Sarah Kirsch stiften in einer Zeit wachsender Technisierung Harmonie zwischen Mensch und Natur - ohne die Brüchigkeit dieses Verhältnisses jedoch zu leugnen."

Die 1935 in Limlingerode im Harz geborene und heute in Schleswig- Holstein lebende Kirsch veröffentlichte zahlreiche Gedichtbände, Erzählungen und Kinderbücher. Zuletzt erschien im August 2005 der Erzählband "Kommt der Schnee im Sturm geflogen". Für ihr Gesamtwerk erhielt sie bereits zahlreiche Preise, darunter den Österreichischen Staatspreis und den Georg-Büchner-Preis. Bisherige Jean-Paul- Preisträger waren unter anderem Friedrich Dürrenmatt, Botho Strauß und Siegfried Lenz.(APA/dpa)

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