Raiffeisen rechnet bis 2010 mit Ölpreis von 45 Dollar

21. Dezember 2005, 14:40
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RCB präsentierte ihren ersten Öl- und Gas-Report: Märkte in Südosteuropa mit hohem Potenzial - PKN, MOL, Lukoil und OMV auf Kaufliste

Wien - Nach dem aktuellen Höhenflug des Ölpreises geht die Raiffeisen Centrobank (RCB) für die kommenden Jahre von einer Entspannung aus: Bis 2010 rechnet Analystin Klara Szekffy mit einem Rückgang auf 45 Dollar pro Fass (159 Liter). Für 2006 geht Szekffy von einem Ölpreis von 56 Dollar aus, wie sie am Mittwoch vor Journalisten sagte. Derzeit liegt der Ölpreis knapp über der 60 Dollar-Marke.

Überzeugt ist Szekffy, "dass der Ölmarkt 2006 etwas langsamer wachsen wird als 2005". Allerdings würden Modernisierungen, Reorganisation und Einsparungen als bestimmende Faktoren der nächsten Jahre die Öl- und Gaskonzerne begleiten und eine Basis für gute Ergebnisse sein. "Darüber hinaus werden auch Akquisitionen einen starken Beitrag als Werttreiber leisten", so Szekffy bei der Präsentation des ersten länderübergreifenden RCB-Reports zur Öl- und Gasbranche.

Hohes Potenzil in Südosteuropa

Risikofaktoren ortet die Expertin unter anderem in politischen Einflussnahmen (durch den nach wie vor hohen verstaatlichten Anteil im Öl- und Gassektor). Im Gegensatz zu den neuen EU-Ländern in Zentral- und Osteuropa (CEE), deren Märkte bereits sehr wettbewerbsintensiv geworden seien, bescheinigt Szekffy den Ländern Südosteuropas hohes Potenzial im Öl- und Gasbereich. Diese Länder seien gerade dabei, ihre Märkte zu öffnen und die Preise an das internationale Niveau anzupassen. In Kroatien, Bulgarien und Serbien seien Privatisierungen voll im Gang. Und in Russland sei der Öl- und Gassektor im Umbau.

Anlegern empfiehlt Szekffy derzeit vor allem die Aktien der polnischen PKN (Kursziel: 74,8 Euro) zum Kauf, ferner die ungarische MOL (20.676 Forint), die russische Lukoil (63,4 Dollar) und die OMV (55 Euro). "2006 wird eindeutig wieder ein Rekordjahr werden", so die Analystin zur OMV. Daneben begründete sie ihre Kaufempfehlung für den heimischen Energiekonzern mit der ausgezeichneten Lage der Raffinerie-Hubs, dem exzellenten Marketing-Netzwerk sowie wachsenden Märkten. Wesentlich preisbestimmend sollten der auch künftig hohe Ölpreis sowie die ausgezeichneten Raffinerie-Margen sein. (APA)

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