Mobilfunkbetreiber setzen auf Flatrate

8. Dezember 2005, 14:04
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In Österreich haben 30 Prozent der Haushalte keinen Festnetzanschluss mehr

Bis zum Jahr 2010 werden die deutschen Bundesbürger überwiegend mit dem Handy ihre Anrufe erledigen und nur noch vereinzelt das konventionelle Festnetz nutzen. Davon ist jedenfalls nach den Ergebnissen einer Umfrage auszugehen, die der Arbeitskreis M-Commerce des eco-Verbandes der deutschen Internetwirtschaft durchgeführt hat. 41 der 44 befragten Experten gaben an, dass bis dahin das Handy das wichtigste Medium zum Telefonieren sein wird. Rund ein Drittel der Fachleute geht davon aus, dass das Festnetz, wie wir es heute kennen, 2010 so gut wie überhaupt keine Rolle mehr spielen wird.

Preisschlacht

"Es ist aber noch längst nicht klar, ob die Mobilfunkbetreiber am meisten von dem erwarteten Trend profitieren werden oder ob die Festnetzbetreiber die besseren Mobilfunkangebote unterbreiten werden", meint Bettina Horster, Vorstandsmitglied der VIVAI Software AG und Leiterin des eco Arbeitskreises M-Commerce. Nach der wahren Preisschlacht der Mobilfunkbetreiber mit Discount-Angeboten, rückt jetzt zunehmend die Flatrate für das Handy in den Mittelpunkt des Interesses. Rund drei Viertel der Experten gaben an, dass Festnetzbetreiber bereits in naher Zukunft ernsthafte finanzielle Einbußen aufgrund der Marktdurchdringung mit der Flatrate zu befürchten haben.

Festnetzanschluss

In Österreich haben 30 Prozent der Haushalte keinen Festnetzanschluss mehr. "Die Spitze ist nun erreicht, dieser Trend wird sich nicht noch weiter fortsetzten", analysiert Maria Leisch, Abteilungsleiterin Telekommunikation und Energie bei Fessel GfK die Telefonlandschaft Österreichs. Es seien vor allem junge Leute, die mittlerweile auf das Festnetz verzichten könnten, ältere Menschen würden dem Festnetz treu bleiben. "Grundsätzlich kann man sagen: Ja, es gibt die Tendenz, aber das Handy wird das Festnetz nicht einholen oder gar überholen", so Leisch. Gründe dafür seien einerseits die Kosten und andererseits die noch immer vielen Haushalte, die sich via Festnetz Zugang zum Internet verschafften.

Preisfrage und Transparenz

Auch Bettina Horster sieht in der Preisfrage und Transparenz der Kosten einen klaren Vorteil der Festnetzanbieter: "Unsere Umfrage kam zu dem eindeutigen Ergebnis, dass die Preise für mobile Services einfach nicht transparent genug sind. 95 Prozent der befragten Experten sind dieser Meinung." Die Preise für das Telefonieren mit dem Handy sind in Deutschland insgesamt noch zu hoch. Nur 4,5 Prozent der Befragten gaben an, dass Handytarife derzeit schon preiswert sind. Neun von zehn Experten gehen davon aus, dass insbesondere der weniger informierte Verbraucher kräftig mehr bezahlt, weil viele Anbieter trotz vehementer Kritik nach wie vor zwischen netzinternen und netzexternen Gesprächen unterscheiden. (pte)

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eco-Verbandes

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