Entführung "mehr politisch motiviert"

2. Dezember 2005, 12:52
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Vorsitzender der Unionsfraktion setzt auf "kluge Diplomatie"

Berlin/Bagdad - Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder, setzt auf eine "kluge Diplomatie" als Voraussetzung für eine friedliche Lösung des Entführungsfalls im Irak. Zwar müsse alles versucht werden, die deutsche Archäologin Susanne Osthoff freizubekommen, betonte Kauder. Aber dies könne nicht so geschehen, dass alles erfüllt werde, was die Kidnapper verlangten.

Osthoffs Schwester Anja dagegen forderte, den Bedingungen der Täter entgegenzukommen. "Ich hoffe, dass die Bundesregierung nicht so stur ist und sich viel mehr Gedanken über eine Veränderung in der Irak-Politik macht", sagte die 35-Jährige Mittwoch in München. Den Vorwurf, ihre Schwester habe sich leichtsinnig in Gefahr begeben, wies sie entschieden zurück.

Nach Angaben eines hochrangigen Sicherheitsbeamten in Berlin spreche im Moment "mehr für eine politisch motivierte Entführung", berichtete die Berliner Zeitung. Eine Aktion mit reinem kriminellen Hintergrund zur Erpressung von Lösegeld erscheine eher unwahrscheinlich. Der Beamte habe auch angegeben, die politischen Forderungen seien weit detaillierter als bisher in der Öffentlichkeit bekannt.

Iraks Behörden hatten vorerst keine Spur zu Osthoff und ihrem Fahrer. (red, DER STANDARD, Print, 1.12.2005)

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