Angehende Vorarlberger Volksschul­lehrerInnen müssen Türkisch lernen

1. Dezember 2005, 11:15
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Verpflichtende dreisemestrige Lehrveranstaltung in der Pädak-Ausbildung soll "Integration vorantreiben"

Bregenz - Angehende Volksschullehrer müssen in Vorarlberg im Rahmen ihrer Ausbildung an der Pädagogischen Akademie (Pädak) in Feldkirch Türkisch lernen. Seit vergangenem Oktober ist eine dreisemestrige Lehrveranstaltung verpflichtend, berichtete am Mittwoch ORF Radio Vorarlberg. Laut Pädak-Direktor Ivo Brunner soll damit die Integration vorangetrieben werden.

"Wenn die zukünftigen Lehrer Türkisch verstehen, dann bauen wir diese Brücken, die es braucht, um auch Deutsch zu lernen", sagte Brunner gegenüber dem Rundfunk. Mit dem Vorwurf, dass die Vorarlberger mittlerweile Türkisch lernen müssten, um den türkischen Kindern Deutsch beizubringen, könne er leben. Man müsse den Migranten entgegen kommen, so Brunner.

"Wir haben das berücksichtigt"

Kritik, wonach in der Sprachausbildung der Volksschullehrer zu wenig getan werde, wies Brunner zurück. "Auf der sprachlichen Ebene haben wir das berücksichtigt im Fach "Deutsch als Zweitsprache", das wir im Rahmen der Fachdidaktik unterrichten. Dafür sehen wir für die Volksschullehrer-Ausbildung 48 Stunden in ihrer Ausbildung vor", sagte der Pädak-Direktor. Brunner wies überdies darauf hin, dass die Integration schon lange im Lehrplan verankert sei. Angehende Lehrer lernten in vielen Fächern über Kultur und Religion der türkischen Mitbürger.

In Vorarlberg liegt der Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache an den Volksschulen bei 21,2 Prozent (3.901 Kinder). In den vergangenen zehn Jahren ist diese Gruppe in den Volksschulen um 5,5 Prozentpunkte oder 1.000 Kinder angewachsen. (APA)

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