Sturmwarnung in Beaver Creek

29. November 2005, 20:31
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Erstes Abfahrtstraining vorverlegt, weil Schlechtwetter "Mini-WM" wackeln lässt - Primetime für Damen in Kanada

Beaver Creek/Lake Louise - Die "Mini-WM" in Beaver Creek wackelt. In Colorado ist ein Blizzard mit heftigem Schneefall im Anzug, der die Weltcup-Rennen der Herren diese Woche im früheren WM-Ort gefährden kann. Vorsichtshalber wurde am Dienstag das erste Abfahrtstraining um eine halbe Stunde auf 10.30 Uhr Ortszeit (18.30 Uhr MEZ) vorgezogen, weil ab Mittag das Schlechtwetter erwartet wird.

"Wir müssen jede noch so kleine Möglichkeit nützen", begründete FIS-Renndirektor Günther Hujara Montagabend bei der Mannschaftsführersitzung die Vorverlegung des ersten Trainings. Für Mittwoch sind die Wetteraussichten so schlecht, dass vermutlich überhaupt kein Test-Lauf möglich ist. Und dann wäre die Austragung der Abfahrt am Freitag auf der spektakulären "Birds of Prey"-Piste in Frage gestellt, denn am Donnerstag steht der Super G (jeweils 19.00 MEZ) auf dem Programm und die Renntage werden in Beaver Creek nicht angetastet.

Deshalb wollte man am Dienstag das erste Training unbedingt abhalten. Alle, die wichtig genug seien, um auf die Piste zu müssen, müssten am Dienstag auch wichtig genug sein, dort mitzuhelfen, forderte Hujara zur Zusammenarbeit auf. Zumindest ein Problem hat man dieses Jahr in Beaver nicht: Die Trucks mit den Rennskiern sind rechtzeitig aus Kanada eingetroffen.

In Beaver Creek steht zum zweiten Mal ein Mammut-Programm mit vier Weltcup-Rennen an vier Tagen auf dem Programm. Nach dem im Vorjahr sensationell von Stefan Görgl gewonnenen Super G (Donnerstag) ist für Freitag die Abfahrt (jeweils 19.00 MEZ), am Samstag der Riesentorlauf (19.00/22.00 Uhr) und am Sonntag der Spezialslalom (17.45/20.30 Uhr/alles live in ORF 1) angesetzt.

Die Herren fahren diese Woche alternierend mit den Damen, die in Lake Louise von Freitag bis Sonntag mit zwei Abfahrten (jeweils 20.30 MEZ) und einem Super G (19.00) die ersten Speed-Rennen der Olympia-Saison bestreiten und denen damit diesmal die TV-Primetime in Europa gehört. Alle Rennen werden in ORF gezeigt und das verspricht viel Gutes, denn die Einschaltzahlen zuletzt von den Herrenrennen in Kanada waren mit deutlich über einer Million Zusehern imponierend.

Marlies Schild bestreitet in Kanada nur die erste Abfahrt, Andrea Fischbacher nur die zweite. Martina Lechner, Ingrid Rumpfhuber und Kathrin Wilhelm fahren im zweiten Training um einen Startplatz für beide Abfahrten. Der elfte Startplatz im Super G geht per Trainerentscheid an Karin Blaser, Lechner oder Wilhelm.

Der in Lake Louise am Wochenende schwer enttäuschende US-Star Bode Miller hatte im Vorjahr in Beaver Creek die Abfahrt gewonnen, Lasse Kjus überraschend den Riesentorlauf und Benjamin Raich den Slalom. Der Pitztaler hatte damals von allen Startern die meisten Punkte an den vier Tagen gesammelt. Hermann Maier, der auf der "Raubvogelpiste" bei bis dahin 13 Starts acht Siege gefeiert hatte, musste sich hingegen erstmals ohne Sieg aus seinem "Wohnzimmer" verabschieden. (APA)

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