Pensionen: Sinkendes Antrittsalter für Schüssel kurzfristiger Effekt

3. Dezember 2005, 18:37
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Kanzler: Auswirkungen der Pensionsreform erst in 20, 30 Jahren deutlich zu erkennen

Wien - Bundeskanzler Schüssel sieht in dem im Vorjahr erstmals wieder deutlich zurück gegangenen Pensionsantrittsalter nur einen "kurzfristigen Effekt". In den "Oberösterreichischen Nachrichten" sagt Schüssel, Auslöser für diese Entwicklung sei ein Anstieg der Invalididätspension. "Da kann es durchaus sein, dass es in einem Jahr zu einer größeren Zahl von Fällen kommt, weil ja die Pension bei verminderter Erwerbsfähigkeit auch abgeschafft wurde".

"Keine Sonderprivilegien mehr"

Wichtig sei, dass es jetzt ein transparentes und gerechtes System gebe. "Es gibt keine Sonderprivilegien mehr". Die Auswirkungen der Pensionsreform wird man erst in 20, 30 Jahren deutlich erkennen. So war sie auch angelegt. Bis zum Jahr 2050 soll damit ein neues Pensionssystems ohne Sonderregelungen geschaffen werden".

Auf Änderungen bei der Invalididätspension angesprochen winkt Schüssel eher ab. "Das ist eine Sache der Ärzte und der Pensionsversicherung. Die müssen das überprüfen. Dass Menschen ungeprüft in die Invaliditätspension gehen können, darf nicht sein. Aber ich gehe davon aus, dass hier sorgfältig gearbeitet wird, denn sonst hätte das Konsequenzen, die irgendwann wieder von der Allgemeinheit finanziert werden müssten".

Rückgang auf 57,7 Jahre

Das Pensionszugangsalter ist im Vorjahr erstmals wieder deutlich zurückgegangen, die Österreicher sind also im Durchschnitt wieder früher in Pension gegangen. Bis 2003 hatte es seit den Pensionsreformen ab 2000 eine Steigerung des Pensionsantrittsalters von 57,7 Jahren auf zuletzt 58,2 Jahre gegeben, 2004 wurde dann ein doch klarer Rückgang auf 57,7 Jahre und damit auf den Stand von 2000 verzeichnet. Ausschlaggebend für das Absacken des Pensionszutritts sind laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger die gestiegene Inanspruchnahme der Invaliditätspension. (APA)

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    Kanzler Schüssel: Wichtig, dass es jetzt ein transparentes und gerechtes System gibt.

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