Peitsche und Zeitsparer

18. Juli 2006, 13:45
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Die Technologien der mobilen Kommuni­kation er­leich­tern den Arbeits­all­tag, aber nur wenn sie sinn­voll ein­ge­setzt werden, ...

Das sagen heimische Manager in einer Umfrage der Mobilkom A1. Es geht um die Suche nach Balance zwischen Non-Stop und natürlicher Geschwindigkeit.

Zeit wird zum wesentlichen Marktkriterium, wenn es darum geht, Informationen zu verarbeiten und daraus gleichzeitig neue Ideen zu entwickeln. Das Spannungsfeld von Mobilität, Disponibilität und gleichzeitiger Zeitnot symbolisiert das Handy. Es ist einerseits Zeitsparer, andererseits bringt es den Druck ständiger Erreichbarkeit, Reagibilität.

Einer aktuellen Umfrage der Mobilkom A1 gemeinsam mit Ifes zufolge sagen 250 befragte österreichische Manager, dass die Kommunikationstechnologien bei einem zehnstündigen Arbeitstag rund 79 Minuten Zeit sparen. Frauen fühlen sich noch besser unterstützt, sie können der Umfrage zufolge täglich 95 Minuten sparen. Dabei geht es um die Planung von Terminen, um Datenaustausch und Info-Beschaffung.

Dennoch: Aus "Alles zu seiner Zeit" ist ein "Alles zu jeder Zeit und überall" geworden. Experten sind sich einig, dass wir dafür einen hohen Preis zahlen: Das ständige Arbeiten gegen unseren inneren Rhythmus macht uns auf die Dauer krank.

Wie wichtig es wäre, den Speedway hin und wieder zu verlassen, betont auch Hirnforscher Ernst Pöppel. "Eine Stunde am Tag ohne Handy würde einen gewaltigen Informationsvorsprung bedeuten. Nur indem man sich auf eine einzige Sache konzentriert, sind Kreativität und Innovation möglich."

"Natural Speed", also die Balance zwischen Non-Stop und dem Eigentempo, war daher am Donnerstagabend auch das Thema des mobile.futuretalk der Mobilkom im Wiener MuseumsQuartier.

"Das Um und Auf ist aber wie bei jedem Werkzeug das Wissen, wie man es sinnvoll einsetzt. Das Handy leistet wertvolle Dienste im Daily Business, ein Abendessen ist aber vielleicht manchmal ohne Telefonklingeln noch viel schöner", so Boris Nemsic.

Damit formuliert er auch, was die befragten Manager suchen: den Menschen als bestimmende Kraft im Zentrum der Technologien - nicht umgekehrt. "Optimale Performance" sehen sie in der Balance zwischen Be- und Entschleunigung. Wie sehr diese Balance gefunden wird, verschweigt die Studie. (kbau, Der Standard, Printausgabe 26./27.11.2005)

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