Teheran bestellt britischen Botschafter ein

4. Dezember 2005, 16:00
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Kritik an EU-Bericht zu Menschenrechtsverletzungen im Iran und an der Situation der Moslems in Großbritannien

Teheran - Die iranische Regierung hat sich beim britischen Botschafter über einen Bericht zu Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik beschwert. Großbritannien hatte das Papier im Namen der EU-Ratspräsidentschaft veröffentlicht, die das Land zurzeit ausübt. Darin wird unter anderem die Festnahme von Kritikern des Regierungsapparates angeprangert.

Situation von Moslems in GB

Botschafter Richard Dalton sei am späten Donnerstagabend in Teheran einbestellt worden, sagte ein britischer Diplomat am Freitag. Dem iranischen staatlichen Fernsehen zufolge sprachen Vertreter des Außenministeriums bei dem Treffen mit Dalton die Situation von Moslems in Großbritannien an. Sie würden dort durch die Anti-Terror-Gesetze des Landes diskriminiert, hieß es.

Tiefpunkt in Bezihungen

Die Einbestellung des britischen Botschafters stellt den vorläufigen Tiefpunkt in den zunehmend angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern dar. Der Iran hatte zuletzt auch britische Importe blockiert und der Regierung in London vorgeworfen, unter einzelnen Bevölkerungsgruppen im Süden des Landes Unruhen zu schüren. Derzeit versucht Großbritannien zusammen mit Deutschland und Frankreich im Namen der Europäischen Union (EU), den Iran zum Ende seiner Urananreicherung zu bewegen.

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