Österreichs Alkoholkonsumenten werden immer jünger

14. März 2006, 18:05
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Erschreckende Zahlen: Erste Erfahrungen mit elf Jahren - Vorarlberg in Sachen Prävention vorbildlich mit Projekt "Spaß nach Maß"

Wien (APA) - Österreichs Alkohol-Konsumenten werden immer jünger - und sie trinken immer mehr. Die ersten Erfahrungen machen die Jugendlichen bereits zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Knapp zehn Prozent der 13-Jährigen haben schon mehr als 40 Mal Alkohol konsumiert. Und 38 Prozent der 15-jährigen Schüler in Österreich waren laut einer Erhebung der WHO schon mindestens zwei Mal betrunken.

Erschreckende Zahlen

Diese erschreckenden Zahlen präsentierte das "Fonds Gesundes Österreich" auf der 7. Präventionstagung in Wien. Damit liegen die Österreicher im europäischen Spitzenfeld. Nur ein Fünftel, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO), trinkt nie Alkohol. Dafür würden die Trinkgewohnheiten der Kids immer risikoreicher bis hin zum so genannte Binge Drinking, bei dem die Jugendlichen bis an ihre körperlichen Grenzen gehen.

Wichtig: Alkoholprävention

Umso wichtiger sei Alkohol-Prävention bei Kindern. Dabei hätten sich "Maßnahmen auf struktureller Ebene, beispielsweise ein Mindest-Kaufalter für Alkohol, eine Begrenzung der Öffnungszeiten von Verkaufsstellen, Besteuerung des Alkohols und verschiedene Maßnahmen im Straßenverkehr" als besonders effektiv erwiesen. Das sagte die Soziologin Karin Gasser von der Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme in der Schweiz.

Vorarlberg vorbildlich

Vorbildlich sei dabei in Österreich das Bundesland Vorarlberg mit dem Projekt "Spaß mit Maß", das Handel, Gastronomie, Schulen, Verkehrsclubs und Gesundheitsberufe einbezieht. U.a. wurde ein Richtlinien-Handbuch für Vereine und private Veranstalter erarbeitet, das rechtliche Hilfestellungen für die Abwicklung von Festen bietet. Ein wesentlicher Teil ist dabei dem verantwortungsvollen Umgang beim Alkoholausschank gewidmet.

Ein weiterer Diskussionspunkt im Rahmen der Präventionstagung war am Freitag "Alkohol am Arbeitsplatz". Laut Fonds Gesundes Österreich büßt Österreichs Wirtschaft wegen alkoholkranker Mitarbeiter bis zu 72 Millionen Euro jährlich ein. Laut Daten des Anton Proksch-Instituts in Wien sind zwischen fünf und zehn Prozent der heimischen Arbeitnehmer alkoholkrank oder konsumieren Alkohol in einem Ausmaß, das bereits gesundheitsschädigend ist.

"Neben den traditionellen innerbetrieblichen Trinksitten zählen Stress und Schichtdienst zu den größten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung", sagte Dr. Senta Feselmayer, Leiterin der psychologischen Abteilung des Proksch-Instituts. (APA)

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    Die ersten Erfahrungen machen die Jugendlichen bereits zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr. Knapp zehn Prozent der 13-Jährigen haben schon mehr als 40 Mal Alkohol konsumiert.

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