Kindesmissbrauch: Gary Glitter droht Todesstrafe in Vietnam

27. November 2005, 18:51
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Popstar wird Vergewaltigung einer Zwölfjährigen vorgeworfen - hat mit 15-Jähriger zusammen gelebt

Vung Tau - In Vietnam ist am Freitag offiziell Anklage gegen den britischen Altrocker Gary Glitter wegen Kindesmissbrauchs erhoben worden. Gary Glitter muss damit weiter in Haft bleiben.

Die Staatsanwaltschaft erklärte am Freitag, die Polizei habe ausreichende Beweise gegen Glitter gesammelt, die diesen Schritt rechtfertigten. Der 61-Jährige wurde vor einer Woche am Flughafen von Ho-Chi-Min-Stadt verhaftet.

Vorwurf: Vergewaltigung

Die Polizei habe Aussagen von fünf Mädchen, die eine sexuelle Beziehung zu Glitter gehabt hätten. Eines sei erst zwölf Jahre alt. Möglicherweise müsse sich Glitter auch wegen der Vergewaltigung eines Kindes verantworten. Dies hänge von der Beweislage ab. Ärzte hätten das Mädchen bereits auf entsprechende Anzeichen untersucht.

Mit 15-Jähriger zusammen gelebt

Glitter soll seit März zusammen mit einer 15-Jährigen in einer Villa in dem Badeort Vung Tau gelebt haben. Glitter weist alle die Vorwürfe zurück und hofft auf einen Freispruch.

Nach dem vietnamesischen Gesetz gilt Sex mit Kindern unter 13 Jahren als Vergewaltigung und kann daher mit der Todesstrafe geahndet werden. Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen können nach vietnamesischem Recht mit bis zu zwölf Jahren Haft bestraft werden.

Wegen Kinderpornografie in Haft

Glitter, der in den siebziger Jahren als Glamrock-Musiker bekannt wurde, wurde 1999 in Großbritannien wegen Besitzes von Kinderpornografie zu vier Monaten Haft verurteilt. Nach Verbüßung der Hälfte der Strafe kam er frei. Später lebte er in Kambodscha, wo er 2002 ausgewiesen wurde. Ein Grund wurde damals nicht genannt.(APA)

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    Gary Glitter nach seiner Verhaftung in Vietnam

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