Rückgang bei neuen Heroinabhängigen

30. November 2005, 14:07
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Zwei Millionen problematische Drogenkonsumenten - Mehr Substitutionstherapien

Laut dem Jahresbericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EBBD) gibt es in Europa 1,2 bis 2,1 Millionen Menschen mit problematischem Drogenkonsum. Zwischen 850.000 und 1,3 Millionen Personen injizieren sich Suchtgift, zumeist Heroin. Problematischer Drogenkonsum wird als langjähriger Gebrauch von Heroin, Kokain und/oder Amphetaminen definiert.

Die Experten: "Für den Zeitraum 1999 bis 2003 liegen Schätzungen der Prävalenz des problematischen Drogenkonsums auf nationaler Ebene zwischen zwei und zehn Fällen je 1.000 Erwachsene im Alter zwischen 15 und 64 Jahren bzw. bei bis zu einem Prozent der erwachsenen Bevölkerung. (...) Höhere Schätzwerte meldeten Dänemark, Irland, Italien, Luxemburg, Österreich, Portugal, Spanien und das Vereinigte Königreich (sechs bis zehn Fälle je 1.000 Einwohner im Alter zwischen 15 und 64 Jahren), während Deutschland, Griechenland, die Niederlande und Polen niedrigere Raten meldeten (weniger als vier Fälle je 1.000 Einwohner im Alter zwischen 15 und 64 Jahren)."

Weniger Heroin-Abhängige

Klare Trends zu diesem wohl ernstesten Thema des Suchtgiftkonsums gibt es in Europa nicht. Es dürften aber weniger Menschen als Heroin-Abhängige hinzu kommen. Die Zahl der Drogentoten in den EU-15-Staaten und in Norwegen sank allerdings von 8.394 im Jahr 2001 auf 7.122 im Jahr 2002, was einen Rückgang um 15 Prozent bedeutete.

Insgesamt stellt sich heraus, dass Europa im Vergleich zu den USA ein wesentlich geringeres Drogenproblem hat. Bei Cannabis (Konsum im vorangegangenen Jahr) liegen die USA mit 22 Prozent unter den 15- bis 34-Jährigen an der EU-Spitze (Tschechien), beim Ecstasy-Konsum knapp über dem EU-Durchschnitt (1,9 Prozent, USA: 2,5 Prozent) und beim Kokain wieder an der Spitze (5,1 Prozent und noch knapp vor dem europäischen Spitzenreiter Großbritannien).

Mehr Substitutionstherapien

Einen Siegeszug hat die Substitutionsbehandlung - vor allem mit Methadon (80 bis 90 Prozent) und mit Buprenorphin - für Opiatabhängige in Europa hinter sich. Mittlerweile wird sie praktisch überall angeboten. 530.000 Patienten waren so im Jahr 2003 in Europa nicht mehr auf illegal beschaffte Opiate angewiesen. Das verhindert vor allem Drogenkriminalität und führt auch dazu, dass die Betroffenen wieder sozial in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Dem gegenüber steht der Umstand, dass aus Afghanistan immer mehr Opium kommt. Dort dürfte die Anbaufläche auch im Jahr 2004 wieder gewachsen sein. Die illegale Produktion betrug im vergangenen Jahr weltweit laut Schätzungen 4.850 Tonnen, im Jahr 2003 waren es 4.766 Tonnen gewesen. 87 Prozent davon stammen aus Afghanistan. (APA)

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