Der Durchschnitt drückt

24. November 2005, 10:13
posten

Umsatz der 57. Auktion "im Kinsky" unter den Erwartungen

Wien - In der Fülle des Durchschnittlichen musste sich dann leider auch Qualitätsvolles unter seinem Wert geschlagen geben.

So lautet das Fazit der ersten Sitzung der 57. Auktion "im Kinsky", die am Abend des 22. November über die Bühne ging. Einen der Gründe vermutet Otto Hans Ressler in der fehlenden Kaufkraft beziehungsweise -lust im Bereich mittlerer Einkommen, und der sensible Kunstmarkt reagiert hier wie ein Seismograph.

Während die Bilder des 19. und 20. Jahrhunderts noch eine Verkaufsrate von 52 Prozent verbuchten, verfehlte die zeitgenössische Kunst (34 Prozent) diese Marke völlig. Mit einem Tagesergebnis von netto knapp 697.000 Euro blieb der Umsatz deutlich unter den Erwartungen der Experten. Den höchsten Zuschlag erteilte man - weil um 5000 Euro unter dem Limit vorerst nur unter Vorbehalt - bei 55.000 Euro für Fritz Wotrubas 1963 ausgeführte Bronze Karyatide. Für Kiki Kogelniks Heiress to a Sugar Fortune bewilligte der Wiener Handel 50.000 Euro. Nach Italien gab man Christo Javaceffs Valley Curtain (30.000 Euro) weiter und nach Deutschland A. R. Pencks (Ralf Winklers) unbetiteltes Leinwand-Werk (23.000 Euro).

Aber auch Arbeiten aus der etwas besser nachgefragten Sparte des 19. Jahrhunderts wechselten ohne großartige Steigerungsraten im Bereich der angesetzten Taxen den Besitzer. Nur für ein Stillleben von Hugo Charlemont griff der Handel deutlich tiefer in die Börse und deponierte 12.000 Euro statt der erwarteten 4000 bis 7000 Euro.

Das deutsch-österreichische Bietgefecht um Carl Spitzwegs Stehenden Fischer entschied sich - zugunsten eines Wiener Käufers - eben- so bereits bei 30.000 Euro (20.000-60.000) wie für Rudolf von Alts Aquarell Baden bei Wien (25.000-45.000). (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.11.2005)

Share if you care.