Rumsfeld weist Verantwortung für Enttarnung von CIA-Agentin zurück

1. Dezember 2005, 07:28
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Verteidigungsminister: Thema kam in Gesprächen mit Reporter nicht zur Sprache gekommen - Auch Rice dementiert

Washington - Auch US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist nach eigenen Angaben nicht die Person, die die CIA-Agentin Valerie Plame gegenüber einem Reporter der "Washington Post" enttarnt hat. Die Affäre schlägt in den USA hohe Wellen, da eine solche Enttarnung als Straftatbestand gewertet wird. Reporter Bob Woodward hat erklärt, dass ihm im Juni 2003 ein ranghohes Regierungsmitglied von der Verbindung Plames zur CIA erzählt habe.

Am Samstag wies ein Berater von US-Außenministerin Condoleezza Rice Vermutungen zurück, die damalige Sicherheitsberaterin könnte die Quelle sein. Und aus Ermittlungskreisen verlautete, auch Vizepräsident Dick Cheney sei es nicht gewesen.

Kritik von Plames Mann

Das Brisante an dem Fall ist, dass der Mann Plames, der ehemalige Botschafter Joseph Wilson, kurz vor der Enttarnung die Darstellung der US-Regierung kritisiert hatte, wonach der Irak versucht haben soll, im Niger Uran zu kaufen.

Tatsächlich musste das Weiße Haus später einräumen, dass die fragliche Information geheimdienstintern umstritten war und nie in einer Rede Bushs hätte auftauchen dürfen. Deshalb wurde schon bald spekuliert, die Enttarnung Plames könnte ein Racheakt des Weißen Hauses gewesen sein.

Rumsfeld erklärte am Sonntag, er habe mit Woodward weder über Wilson noch über dessen Frau gesprochen. Zwar habe er auf Anregung von US-Präsident George W. Bush zwei Mal mit dem Reporter gesprochen, während dieser an verschiedenen Buchprojekten arbeitete. Dabei sei es aber nicht um Wilson oder Plame gegangen. Die Mitschriften beider Gespräche seien öffentlich einsehbar. (APA)

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    Auch Verteidigungsministewr Rumsfeld will nicht der Informat gewesen sein, der CIA-gentin Valerie Plame enttarnte.

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