Moshammer-Prozess: Staatsanwalt für lebenslange Haft

17. November 2005, 09:42
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Fordert Strafe mit besonderer Schwere - Verteidigung plädiert auf Totschlag

München - Im Prozess um den Mord an dem Modemacher Rudolph Moshammer hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und Raub mit Todesfolge für den Angeklagten gefordert. Außerdem beantragte Staatsanwalt Martin Kronester vor dem Landgericht München I, die besondere Schwere der Schuld bei Herisch A. festzustellen. Damit wäre eine vorzeitige Entlassung aus dem Gefängnis nach fünfzehn Jahren ausgeschlossen. Die Verteidigung des Irakers bezeichnete hingegen den Vorwurf des Mordes als nicht haltbar. Die Anwälte verlangten eine Haftstrafe im "unteren zweistelligen Bereich" wegen Totschlags. Das Urteil soll am kommenden Montag gesprochen werden.

Der Ankläger sieht die Mordmerkmale der Habgier und Heimtücke erfüllt. A. habe in dem Prozess zudem keinerlei Reue für den Mord erkennen lassen.

A. ist angeklagt, den 64 Jahre alten Modemacher in der Nacht zum 14. Januar in dessen Haus erdrosselt zu haben. Der Iraker, der zuletzt in einem Schnellrestaurant arbeitete, hatte vor der Tat in einer Spielhalle mehrere hundert Euro verloren. Als in der Hauptbahnhofgegend Moshammer mit seinem Rolls Royce neben ihm stoppte, nach einer Videothek fragte und eine Pornokassette zeigte, witterte er laut Staatsanwalt offenbar eine Chance auf schnelles Geld. "Offensichtlich tat sich für ihn völlig überraschend eine Einnahmequelle auf", sagte Kronester. Deshalb sei der Iraker mit Moshammer zu dessen Haus gefahren. Dort kam es jedoch zum Streit um sexuelle Praktiken und deren Bezahlung.(APA)

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