Annan betont gegenüber Tunesien Presse- und Meinungsfreiheit

21. November 2005, 11:04
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Übergriffe auf Journalisten vor UN-Weltinformationsgipfel

Vor Beginn des Weltinformationsgipfels hat UN-Generalsekretär Kofi Annan gegenüber dem Gastgeberland Tunesien die Bedeutung der Presse- und Meinungsfreiheit herausgestellt. Annan habe am Montag bei einem Gespräch mit dem tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali dargelegt, welchen Wert er diesen Rechten und dem freien Zugang zu Informationen beimesse, sagte eine UN-Sprecherin am Dienstag in Genf.

Angriffe auf ausländische Journalisten

In den vergangenen Tagen waren in Tunesien mehrere ausländische Journalisten angegriffen worden, die über die Menschenrechtslage in dem Land berichten wollten. Auf die Frage, ob Annan die jüngsten Übergriffe konkret angesprochen habe, sagte die UN-Sprecherin lediglich: "Der Generalsekretär hat gesagt, was er Herrn Ben Ali zu sagen hatte."

Unter den angegriffenen Journalisten befanden sich am Freitag ein Mitarbeiter der französischen Zeitung "Liberation" und am Montag ein Team des belgischen Fernsehsenders RTBF. In beiden Fällen sollten Berichte über die Menschenrechtslage in Tunesien recherchiert werden.

Laut französischem Außenministerium vom Dienstagnachmittag gab es auch einen "Vorfall" mit einem Team des frankophonen Senders TV5. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy verlangte daraufhin von Tunis, "die Informationsfreiheit und Journalisten die freie Ausübung ihres Berufs zu garantieren".

Dreitägiges Treffen mit rund 11.000 Teilnehmern

Der am Mittwoch beginnende Weltinformationsgipfel wird von der UN-Organisation Internationale Telekommunikationsunion (ITU) organisiert. Auf dem dreitägigen Treffen werden rund 11.000 Teilnehmer erwartet, darunter rund 50 Staats- und Regierungschefs. Hauptthema ist die "digitale Spaltung" zwischen armen und reichen Ländern.

Gleichzeitig wird auch über Fragen wie die umstrittene Regulierung des immer weiter wachsenden Internets beraten. Die Wahl von Tunesien als Konferenzort war von Anfang an wegen der Menschenrechtslage in den nordafrikanischen Land umstritten. Mehrere tunesische Menschenrechtler sind in einen Hungerstreik getreten, um während des Gipfel auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. (APA)

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