Sharons Sohn wegen illegaler Wahlkampffinanzierung verurteilt

21. November 2005, 15:53
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Omri auch des Meineids und der Urkundenfälschung schuldig befunden

Tel Aviv - Der Sohn des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, Omri, ist am Dienstag wegen illegaler Wahlkampffinanzierung verurteilt worden. Der israelische Rundfunk meldete, das Bezirksgericht in Tel Aviv habe ihn auch des Meineids und der Urkundenfälschung für schuldig befunden. Er hatte sich zuvor in allen Anklagepunkten schuldig bekannt, die Anklageschrift war daraufhin entschärft worden. Das Strafmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Das Gesetz sieht für die Anklagepunkte bis zu fünf Jahren Haft vor, es wird jedoch mit einer geringeren Strafe gerechnet.

Der Likud-Abgeordnete Omri Sharon hatte vor der Anklage auf die parlamentarische Immunität verzichtet. Er war angeklagt, Scheinfirmen betrieben zu haben, über die im Jahr 1999 der Wahlkampf seines Vaters bei einer parteiinternen Vorwahl in der heute regierenden Likud-Partei finanziert wurde. Später habe er dies gegenüber dem israelischen Staatskontrollor bestritten. In der Anklageschrift hieß es, Omri Sharon habe sechs Millionen Schekel (mehr als eine Million Euro) Spenden gesammelt, mehr als sieben Mal so viel wie nach israelischem Gesetz erlaubt. Ministerpräsident Sharon konnte eine Anklage vermeiden und gab an, er habe den Wahlkampf vollständig seinem Sohn überlassen.

Ein Korruptionsvorwurf bezog sich auf Zahlungen des mit Sharon befreundeten südafrikanischen Geschäftsmanns Cyril Kern, mit denen illegale Wahlkampfspenden aus dem Jahr 1999 zurückgezahlt werden sollten. Über seinen Sohn Omri soll Sharon 1,5 Millionen Dollar erhalten haben. Ein illegales Darlehen Kerns wurde über ein Konto in Österreich zurückgezahlt. Die israelische Opposition hatte von der Regierung in einer dringlichen Anfrage unter anderem Auskunft darüber verlangt, ob die Wiederherstellung vollwertiger diplomatischer Beziehungen zu Wien mit geschäftlichen Kontakten der Familie Sharon in Zusammenhang gestanden sei. Die Beziehungen waren nach der Bildung der schwarz-blauen Regierung in Österreich im Jahr 2000 israelischerseits auf Geschäftsträgerebene herabgestuft worden. (APA/dpa)

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