Weltwissenschaftsforum in Budapest eröffnet

10. November 2005, 21:20
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Im Mittelpunkt stehen die Themen "Wissen, Ethik und Verantwortung"

Budapest - Unter dem Motto "Wissen, Ethik und Verantwortung" hat am Donnerstag in Budapest ein internationales Weltwissenschaftsforum begonnen. An der dreitägigen Veranstaltung nehmen rund 500 Wissenschafter aus aller Welt teil, darunter der schwedische Medizin-Nobelpreisträger Torsten Wiesel und die Schimpansen-Forscherin Jane Goodall.

Dabei sollen die ethischen Aspekte der modernen Wissensgesellschaft und die gemeinsame Verantwortung von Wissenschaftern und politischen Entscheidungsträgern in der globalisierten Gesellschaft erörtert werden. Die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) hat das Forum mitorganisiert.

Bürgerrolle

Das Treffen in der Ungarischen Akademie der Wissenschaften wurde im Beisein von UNESCO-Generaldirektor Koichi Matsuura vom ungarischen Staatspräsidenten Laszlo Solyom eröffnet. Der EU-Kommissar für Wissenschaft und Forschung, der Slowene Janez Potocnik, sagte in seinem Eröffnungsvortrag, die Rolle des informierten und kritischen Bürgers müsse gestärkt werden. Dessen Beitrag sei der "Schlüssel für eine lebendige Bewertung" der Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse im Alltag.

UNESCO-Generaldirektor Matsuura übergab den UNESCO- Wissenschaftspreis an den mexikanischen Physiker Alexander Balankin. Er erhielt die Auszeichnung für seinen Beitrag zur Bruch-Mechanik und ihrer technologischen Anwendung, darunter seine auf Wahrscheinlichkeitsrechnungen gegründete Theorie spontaner Risse. Sieben weitere Forscher und Forscherinnen erhielten weitere Preise und Auszeichnungen.

Kooperation

Am Rande des Forums kamen am Donnerstag Vertreter der Israelisch-Palästinensischen Wissenschaftsorganisation (IPSO) zusammen. Auf der von Torsten Wiesel geleiteten Sitzung berichteten die Forscher über gemeinsame Projekte, die in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht wurden. Wie Menachem Yaari, der Präsident der Israelischen Akademie der Wissenschaften, sagte, handelt es sich dabei zumeist um praxisorientierte Forschungsvorhaben, die "in Bereiche gehen, die für die beiden Gemeinschaften wichtig sind".

Wissenschafter der Al-Quds-Universität (Ost-Jerusalem), der Hebräischen Universität (Jerusalem) und der Universität Haifa stellten ihre Projekte vor, die die Auswirkungen der massiven Verwendung von Pestiziden in der palästinensischen Landwirtschaft, den Einsatz von gefilterten Abwässern bei der Bewässerung von Kichererbsen-Kulturen oder die bio-technologischen Anwendungen der Nano-Elektronik untersuchen. Das Weltwissenschaftsforum fand als eine Initiative der Ungarischen Akademie der Wissenschaften erstmals 2003 in Budapest statt. (APA/dpa)

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