Computerspiele gegen ADS

11. Dezember 2005, 12:31
1 Posting

In den USA wird NASA-Technologie als Alternative zur Medikation bei Kindern erprobt - Spiele werden über Hirnströme beeinflusst

In den USA werden jedes Jahr Millionen Tabletten an Kinder mit dem so genannten Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (kurz: ADS) verabreicht. Mittlerweile werben die Pharmakonzern damit, dass Kinder mit nur einer Tablette einen ganzen Tag ruhig gestellt werden können. Kritiker hingegen orten allerdings Probleme und Defizite bei dieser Behandlungsform. Nun soll NASA-Technologie als Alternative propagiert werden; diese setzt auf Computerspiele.

Mangelnde Konzentrationsfähigkeit

Ein Artikel bei Cnet erzählt von dem Fall eines 11-jährigen Jungen, bei dem die Ärzte mangelnde Konzentrationsfähigkeit feststellten. Anstelle einer Therapie mit Medikamenten setzte seine Mutter auf Videospiele und NASA-Technologie. Diese soll den Kindern helfen, sich zu entspannen und auf Aufgaben zu konzentrieren. Der Einsatz der Technik ist besonders einfach, da normale Videospiele aus dem Handel verwendet werden können.

Smart BrainGames

Das System wurde auf den Namen Smart BrainGames getauft und soll Lernfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit verbessern. Zum Spielen wird ein Helm benötigt, der die Überwachung der Gehirnströme übernimmt. Eine Zentraleinheit wird mit der PlayStation 2 verbunden und überträgt die Hirnströme in das Spiel.

Spiele mit dem Gehirn steuern

So wird etwa mit erhöhter Konzentration und damit Gehirnaktivität ein Rennauto in einem Computerspiel schneller. So sollen Kinder lernen sich auf eine Sache zu konzentrieren. BrainGames wurde ursprünglich von der NASA ins Leben gerufen, um die Konzentration von Piloten während eines Fluges zu trainieren. Die Firma CyberLearning Technologies erwarb die Lizenz und hat wenig später ein patentiertes Lernsystem daraus entwickelt.

Die Technik

BrainGames beinhaltet einen Helm mit drei Sensoren, die am Kopf anzubringen sind und die Gehirnströme messen. Die Daten werden an eine Smartbox übertragen, die am Hals der Spieler befestigt und mit der PlayStation 2 verbunden ist. Diese Smartbox ist ein modifizierter Kontroller der das Echtzeit-Signal des Gehirns sammelt. Die Daten werden verarbeitet und beeinflussen das Spiel.

180 km/h in Burnout

Beim Rennspiel "Burnout" sorgen die Hirnströme für mehr Speed. Wenn die Spieler am Höhepunkt ihrer Konzentration sind, erreichen die Autos im Spiel Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 180 km/h. Wenn die Aufmerksamkeit nachlässt, sinkt die Geschwindigkeit, selbst wenn der Kontroller genauso fest gedrückt wird, wie davor. Die einzige Möglichkeit schneller zu werden, ist daher mehr Konzentration. Das System misst aber gleichzeitig auch den Stress. Ist der Stresslevel zu hoch warnt der Kontroller zunächst durch Vibrationen und trennt dann die Steuerung durch die Hirnströme. Diese Warnfunktion soll den Kindern beibringen ohne Anspannung und Stress fokussiert zu denken.

Das System kostet rund 600 Dollar und wird derzeit, laut Unternehmensangaben von rund 1.300 Familien eingesetzt. BrainGames ist zu vielen Spielen kompatibel - die Palette reicht von Rennspielen über Jump'n Run bis hin zu Resident Evil.(grex)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.