OSZE-Konferenz zur Bekämpfung der Terror-Finanzierung in Wien

10. November 2005, 13:38
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"Dem Geld zu folgen hilft auch, Strukturen zu erkennen"

Wien - Umsonst ist nicht einmal der Tod: Nationale wie weltweit operierende Extremisten und Terroristen verschieben täglich auf den vielfältigsten Wegen Unsummen zur Finanzierung ihres blutigen Handwerks. Eines der primären Ziele im internationalen Kampf gegen den Terrorismus ist daher die Aufspürung und Unterbrechung dieser Finanzströme. Zu diesem Zweck tauschen von Mittwoch bis Freitag in Wien Experten aus 55 Staaten und zahlreichen internationalen Organisationen von UNO und NATO bis EU und Europarat im Rahmen einer OSZE-Konferenz ihre Erkenntnisse aus.

"Follow the money", könnte dabei als inoffizielles Motto der Konferenz dienen: Natürlich sei es essenziell, Finanzflüsse an Terrororganisationen zu stoppen, meinte etwa der stellvertretende NATO-Generalsekretär Patrick Hardouin in einer Pressekonferenz zum Auftakt der Konferenz. Gleichzeitig aber helfe das Aufdecken von Finanzströmen ungemein dabei, grundlegende Strukturen in den Terrornetzwerken zu erkennen. Noch einen Schritt weiter geht Hennry A. Crumpton, Beauftragter für Terrorismusbekämpfung im US-Außenministerium: "Manchmal ist es wertvoller, die Geldflüsse genau zu verfolgen, als sie sofort zu stoppen."

Wesentliches Thema der Beratungen ist auch das Problem, dass immer wieder karitative Organisationen - mit oder ohne deren Wissen - zur Verschiebung von illegalen Geldern benutzt werden, die dann wieder in den Finanzquellen terroristischer Unternehmungen auftauchen. Hier sollten, berichtete Marc Baltes, OSZE-Experte in Wirtschaftsfragen, vor allem die einzelnen Länder in die Lage versetzt werden, den Hilfsorganisationen den entsprechenden legislativen wie exekutiven Rahmen zu bieten, innerhalb dessen sie sicher arbeiten könnten.

Wie überhaupt die dreitägige Konferenz weniger dazu diene, Resolutionen zu unterzeichnen, erklärte Antonio Maria Costa, Leiter des in Wien ansässigen UNO-Büros zur Bekämpfung von Drogen und Kriminalität (UNODC). Ziel sei vielmehr, jenen Staaten, die derzeit noch nicht ausreichend in der Lage seien, aus eigener Kraft die entsprechenden Rahmenbedingungen zur Bekämpfung der Terrorfinanzierung zu schaffen, die dafür nötige Unterstützung zu bieten. Und, darüber, waren alle Eröffnungsredner der Konferenz einig, weiter an einem internationalen Netzwerk und globalen Standards zur Terrorbekämpfung zu arbeiten. (APA)

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