Care fordert Schlüsselrolle für Frauen in der Friedenssicherung

8. November 2005, 17:32
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Hilfsorganisation: Vor allem Frauen leiden heute noch unter den Folgen von Vergewaltigungen zu Bürgerkriegszeiten

Wien - Die internationale Hilfsorganisation Care appelliert an den UN-Sicherheitsrat, die Umsetzung der Resolution 1325 in den Bürgerkriegs-Ländern rund um die großen Seen in Afrika mit Vehemenz umzusetzen: Die Resolution sieht vor, dass Frauen gleichberechtigt in den Friedensprozess und den gesellschaftlichen Wiederaufbau eingebunden werden müssen. "Frauen tragen in Konflikten die größte Last. Entsprechend muss ihnen in der Friedenssicherung eine Schlüsselrolle zukommen", forderte die Geschäftsführerin von Care-Österreich, Ulrike Schelander, in einer Aussendung. Care Österreich hilft in Burundi Frauen, die an den Folgen von Vergewaltigungen leiden. Eine Mission des Sicherheitsrates sondiert derzeit gerade die Lage in der Republik Kongo, in Uganda, Ruanda, Burundi und Tansania.

"Langfristig kann Stabilität und Frieden nur sicher gestellt werden, wenn die vom Krieg am stärksten Betroffenen auch Unterstützung erfahren", so Schelander. Vor allem Frauen leiden heute noch unter den Folgen von Vergewaltigungen, die während des Bürgerkrieges, aber auch nach den Friedensverhandlungen als systematische Militärstrategie eingesetzt wurden: Sie müssen nicht nur die körperlichen und psychischen Auswirkungen verkraften, sondern werden oft aus Angst und Scham von ihren Männern auch noch verstoßen. Alleingelassen leben sie mit der Ungewissheit, ob sie HIV-infiziert sind und können nur mit größter Mühe sich und ihre Kinder am Leben erhalten.

Auffangnetz

Care Österreich bietet diesen Frauen ein Auffangnetz an: Sie werden psychologisch und medizinisch betreut. Im Vordergrund steht bei diesem Projekt, das von Echo, der Abteilung für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission finanziert wird, dass sie zu ihrer Familie zurückkehren können. Mit Hilfe von Theaterstücken oder Sportveranstaltungen greift Care das Tabuthema sexuelle Gewalt generell auf und bringt es so Opfern ebenso wie Tätern näher. "Es geht darum, das Schweigen aufzubrechen und damit der Gewalt gegen Frauen einen Riegel vorzuschieben", erklärte Schelander. "Gerade nach Konflikten ist das meist noch ein lange nachwirkendes Problem. Von wirklichem Frieden kann aber erst dann die Rede sein, wenn alle Bevölkerungsgruppen einbezogen sind."

Eine Studie, die Care Norwegen gemeinsam mit dem International Peace Research Institute in Oslo durchgeführt hat zeigt auf, dass die Resolution 1325 in den meisten Ländern rund um die großen Seen kaum bekannt ist. "Nicht nur die Regierungen, auch die Zivilbevölkerung muss aber dafür gewonnen werden, die Frauen in den Friedensprozess einzubeziehen", erklärte Schelander abschließend. Deshalb fordert Care, dass die Frauen besser über ihre Rechte informiert werden, dass jene, die für Vergewaltigungen verantwortlich sind zur Rechenschaft gezogen werden und dass die Stimme der Frauen in der krisengeschüttelten Region endlich gehört wird. (red)

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