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8. November 2005, 15:02
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Parlamentswahlen bis 7. Dezember - Über 5.000 Kandidaten bewerben sich um 444 Sitze - Frauen und Christen unterrepräsentiert

Kairo - Nach einem sehr lebendigen Wahlkampf sollen die Ägypter an diesem Mittwoch ein neues Parlament wählen. Landesweit bewerben sich mehr als 5.000 Kandidaten um 444 Sitze. Die regierende Nationaldemokratische Partei (NDP) von Präsident Hosni Mubarak ist die einzige Partei, die in jedem Wahlbezirk einen Kandidaten aufgestellt hat.

Unterrepräsentation von Frauen und Christen

Frauen und Angehörige der christlichen Minderheit sind auf den Wahlzetteln aller Parteien unterrepräsentiert. Die Wahl geht in drei Etappen über die Bühne. Die Hauptstadt Kairo wählt zuerst. Der letzte Wahltag ist der 7. Dezember. Erreicht in einem Wahlbezirk kein Kandidat die absolute Mehrheit, findet dort eine Stichwahl statt.

Kernprobleme

Konkrete Programm zur Lösung der Kernprobleme Arbeitslosigkeit, Bildungsmisere und Korruption haben die meisten Kandidaten im Wahlkampf nicht vorgelegt. Gute Chancen haben die rund 150 Kandidaten der offiziell verbotenen Muslimbruderschaft, die offiziell als Unabhängige antreten. Ihr Slogan ist "Der Islam ist die Lösung". Auch einige NDP-Mitglieder, die keinen Platz auf der Liste ihrer Partei gefunden hatten, treten als "Unabhängige" an.

Die Opposition und mehrere Nichtregierungsorganisationen wollen versuchen, die Stimmabgabe und die Auszählung zu überwachen. Wegen der vielen Analphabeten in Ägypten stehen neben dem Namen des Kandidaten auf dem Wahlzettel Symbole wie Palme oder Regenschirm. (APA/dpa)

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    Wahlplakat von Makarem el-Deiri, eine der wenigen Frauen, die zur Wahl stehen, mit dem Slogan der Moselmbrüderschaft: "Islam ist die Lösung".

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