Leica weiter in den roten Zahlen

21. November 2005, 15:38
posten

Das angeschlagene Traditionsunternehmen baut Verluste ab und setzt seine Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft

Solms - Die angeschlagenen Leica-Camera AG steckt weiter tief in den roten Zahlen, kommt mit ihrer Sanierung jedoch voran. Wie das hessische Traditionsunternehmen mitteilte, konnte der Betriebsverlust im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2005/2006 um 2,2 Mio. auf 1,9 Mio. Euro verringert werden. Der Verlust nach Steuern sank um 2,8 Mio. auf 4,6 Mio. Euro. Der Umsatz wuchs bis 30. September um 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 48,0 Mio..

Trotz der "existenziellen Krise" der Leica Camera Gruppe zu Jahresbeginn habe sich der Umsatz zuletzt positiv entwickelt. "Dies zeigt, dass die Attraktivität von Produkten und Stärke der Marke nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sind", erklärte Leica-Chef Josef Spichtig am Montagabend in Solms. Er kündigte eine Fortsetzung des Sparkurses im organisatorischen Bereich an.

F&E-Ausgaben gesteigert

Dagegen wurden die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 12,4 Prozent auf 3,9 Mio. Euro gesteigert. Das Geschäft mit analogen und digitalen Kompaktkameras ging um 55,6 Prozent zurück. Als Ursache nannte das Unternehmen den Ende des Lebenszyklus des bestehenden Sortiments an digitalen Kompaktkameras. Hoffnung setzt Leica jetzt auf die neu vorgestellte D-Lux 2, die zum anlaufenden Weihnachtsgeschäft den Umsatz wieder ankurbeln soll.

Die traditionsreiche Leica Camera AG hat nach Ansicht von Kritikern jahrelang die Entwicklung der Digitalfotografie verschlafen. Das Unternehmen war Anfang des Jahres tief in die roten Zahlen geraten und stand kurz vor dem Aus, nachdem die Banken im Frühjahr ihre Kreditlinien gekürzt hatten. Im August sorgte eine Kapitalerhöhung dann für das dringend benötigte frische Geld.

Nach Abschluss der Kapitalerhöhung sind die Anteile der beiden Großaktionäre gestiegen. Nach Konzernangaben hält die Hermes International SCA, Paris, nun 36,2 Prozent im Vergleich zu 31,5 Prozent vor der Kapitalerhöhung. Die ACM Projektentwicklung GmbH, Salzburg, hält 35,8 Prozent nach zuvor 27,2 Prozent. (APA)

Share if you care.