Wettbewerbsbedenken gegen Verkauf des Pressburger Flughafens an Wien

21. November 2005, 15:32
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Slowakische Wettbewerbsbehörde PMU bezeichnet Verkauf an Flughafen Wien wegen geographischer Nähe als "problematisch"

Pressburg - Die slowakische Wettbewerbsbehörde (PMU) hat Bedenken gegen den Verkauf des Pressburger Flughafens an die Betriebsgesellschaft des Wiener Flughafens, Vienna Airport. Einen entsprechenden Brief der PMU habe man bereits im April erhalten, bestätigte das slowakische Verkehrsministerium gestern, Montag, laut einem Bericht der slowakischen Nachrichtenagentur SITA.

Die Auswahl eines strategischen Partners für den Pressburger Flughafen, der direkt oder indirekt - über Kapital oder personell - mit dem Flughafen Wien verbunden sei, wäre wegen der geographischen Nähe der beiden Flughäfen "problematisch", heißt es in dem Schreiben der Behörde.

Geographische Konzentration berücksichtigt

Aus dem Verkehrsministerium in Bratislava heißt es dazu, die geographische Konzentration sei in den von der Regierung genehmigten Privatisierungsprojekten bereits bedacht worden.

Nach Ansicht des Privatisierungsberaters, der österreichischen Meinl Bank, könnte die slowakische Wettbewerbsbehörde trotz ihrer geäußerten Bedenken das Angebot des Flughafens Wien doch noch positiv bewerten. "Der Beste wird gewinnen", sagte dazu der Sprecher des Verkehrsministeriums, Tomas Sarluska.

Fünf Interessenten

Um den Erwerb von 66 Prozent an den Flughäfen Bratislava und Kosice bemühen sich neben dem Wiener Flughafen, der dem Bieterkonsortium TwoOne angehört, noch vier weitere Bewerber.

Auf der offiziellen Shortlist befinden sich auch ein Konsortium um die spanische Baugruppe Abertis, die Gruppe Independent Slovak Airport Partners (ISAP) mit der Flughafen-Gesellschaft Köln-Bonn und der Airport Consulting Vienna, eine Allianz aus dem französischen Bauriesen Vinci und der österreichischen Strabag-Gruppe bzw. deren Betreibergesellschaft A-Way sowie der türkische Baukonzern und Flughafen-Betreiber Tepe Akfen Ventures.

Alle Mitglieder des Konsortiums TwoOne betonen, dass es falsch wäre, die Entwicklung der slowakischen Flugfhäfen zu unterdrücken. "Die Entwicklung dieser Flughäfen wird nicht nur dem Flughafen Bratislava nützen, sondern auch dem Wiener Flughafen, der Raiffeisen Zentralbank und Penta", sagte RZB-Vorstand Karl Sevelda laut SITA.

Die Frist für verbindliche Angebote endet am 21. November. Der Gewinner soll noch heuer feststehen. (APA)

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