Tausende Spanier demonstrieren gegen mehr Autonomie für Katalonien

12. November 2005, 18:17
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Protest in Madrid - Rücktritt von Regierungschef Zapatero gefordert - Größere Autonomie der Region wird geprüft

Madrid - Mehrere tausend Spanier haben in Madrid gegen Pläne für eine größere Autonomie der Region Katalonien demonstriert. Die Menge, die sich am Samstag auf dem Platz Puerta del Sol in der Hauptstadt versammelte, schwenkte spanische Flaggen und und forderte den Rücktritt des sozialistischen Regierungschefs Jose Luis Rodriguez Zapatero.

"Wir sind für die Einheit Spaniens zusammengekommen", sagte einer der Redner bei der Kundgebung zu den nach Polizeiangaben rund zehntausend Demonstranten. An dem von der baskischen Gruppe ERMUA organisierten Protest nahm auch Madrids Bürgermeister Alberto Ruiz Gallardon sowie die Ehefrau von Zapateros Vorgänger Jose Maria Aznar teil.

Licht für die Prüfung des Projekts

Das spanische Parlament hatte in der Nacht zum Donnerstag grünes Licht für die Prüfung des Projekts für eine größere Autonomie der nordöstlichen Region erteilt. Der parlamentarische Prozess kann jetzt mehrere Monate in Anspruch nehmen. Zapatero hatte eine Lanze für das umstrittene Projekt gebrochen, die konservative spanische Volkspartei (PP) ist dagegen.

Eine große Mehrheit der Abgeordneten des katalanischen Parlaments hatte Ende September einem Statut zugestimmt, das aus Katalonien eine "Nation" machen und der wohlhabenden Region im Nordosten des Landes weitgehende Rechte der Selbstfinanzierung einräumen soll. Umfragen zufolge unterstützen fast drei Viertel der Katalanen das Vorhaben.

Andere Regionen widersetzen sich jedoch dem Plan; sie fürchten eine Benachteiligung beim Finanzausgleich. Außerdem gibt es Befürchtungen, dass andere autonome Regionen wie das Baskenland dem katalanischen Beispiel folgen könnten. (APA)

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    Tausende Spanier gingen in Madrid auf die Straße, um gegen mehr Autonomie für Katalonien zu demonstrieren.

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