Annan sagt Besuch im Iran ab

9. November 2005, 15:16
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Wegen Israel-feindlicher Äußerungen von Präsident Ahmadinejad - Teheran: Besuch auf iranische Initiative verschoben

New York - UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat seinen für kommende Woche geplanten Besuch im Iran am Freitag abgesagt. Grund sind die jüngsten Spannungen nach den Israel-feindlichen Äußerungen von Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad, der erklärt hatte, Israel müsse von der Landkarte verschwinden. Im Moment sei nicht die richtige Zeit für einen Besuch im Iran, erklärte Annans Sprecher Stephane Dujarric. Annan reist in der kommende Woche in den Nahen Osten.

Der Iran steht international unter Druck, seit Präsident Ahmadinejad in der vergangenen Woche zur Zerstörung Israels aufgerufen hatte. Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte die Aussagen. Annan beginnt an diesem Wochenende eine Reise, die ihm von 11. bis 13. November auch in den Iran hätte führen sollen. Er wird nun nur nach Ägypten, Saudi-Arabien, Tunesien und Pakistan reisen. Annan wird auch einen Stopp in Paris einlegen, um Frankreichs Präsident Jacques Chirac zu treffen.

Teheran:

Nach iranischer Darstellung ist der Besuch auf Initiative der Regierung in Teheran verschoben worden. Wie die amtliche iranische Nachrichtenagentur IRNA in der Nacht zum Samstag berichtete, beantragte das Außenministerium bei der UNO-Vertretung in Teheran, Annan solle seine Reise "zu einem geeigneteren Zeitpunkt" unternehmen. Zur Begründung hieß es, die Teheraner Regierung reagiere damit auf Äußerungen, die der UNO-Generalsekretär "unter Einfluss" der US-Regierung von sich gegeben habe.

Annans Sprecher Stéphane Dujarric hatte am Freitag in New York mitgeteilt, der UNO-Generalsekretär und die iranische Regierung seien übereingekommen, dass gegenwärtig nicht der geeignete Zeitpunkt für die Reise sei. Dujarric verwies auf die "Kontroverse", die nach Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad aufgekommen war, Israel solle "von der Landkarte radiert werden". Annan hatte Ende Oktober erklärt, er habe von Ahmadinejads Aufruf "mit Bestürzung" gelesen. (APA/AP)

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