Das Kätzchen geht zur Sache

11. November 2005, 16:33
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An sich jagt der Puma nur in Amerika. Der gleichnamige Sportartikelhersteller krallt sich seine Beute jedoch weltweit, wie die WM 2006 besonders deutlich zeigen wird

Paris - Die Deutschen, die eigentlich Silberlöwen heißen sollten, dürfte zu Hause als der Ausrüster mit den meisten Teilnehmermannschaften brillieren. Bereits neun der 32 WM-Teams haben mit der im fränkischen Herzogenaurach beheimateten Firma Verträge abgeschlossen. Italien, Polen, Tunesien, Ghana, die Elfenbeinküste, Togo, Saudi-Arabien, der Iran und Paraguay werden den Puma auf dem Trikot tragen und überwiegend auch in den entsprechenden Schuhen spielen. Je nach Ausgang der Playoff-Partien am 12. und 16. November gesellen sich noch die Schweiz, Tschechien und Bahrein zu diesem Kreis.

"Wir wollen in diesem Jahr die Vorherrschaft der großen Zwei aufbrechen und weltweit der Dritte im Bunde werden", sagte der Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz bei einer Pressekonferenz in Paris. Nike hat bislang mit sieben WM- Teilnehmern abgeschlossen, Adidas mit fünf. Auffallend ist die Präsenz von Puma auf dem afrikanischen Markt. Für Zeitz nur natürlich: "Wir sind dort seit Langem treue Partner und sehen unser Investment im Hinblick auf die WM 2010 in Südafrika auch strategisch."

Um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, wird "so viel Geld wie noch nie" in eine "aggressive Kommunikations- und Marketing-Kampagne" gesteckt. Über Zahlen aus diesem Bereich wollte sich Zeitz nicht äußern, aber auf der ersten Bilanzpressekonferenz außerhalb Deutschlands gab Puma immerhin bekannt, dass die Verkäufe im dritten Quartal 2005 um 16 Prozent gestiegen sind. Der Umsatz betrug 536 Millionen, der Gewinn 91,9 Millionen Euro. (Zweites Quartal: 82,4 Mio.). Ende September war die Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen.

Die Werbekampagne zur WM 2006 wird in vier "Wellen" durchgeführt. Sie startet am 12. November anlässlich des Länderspiels Italien gegen die Niederlande mit der Vorstellung des Trikots der Squadra Azzura. Später greift auch Pele in die Kampagne ein.

Gedehnte Regeln

Zum vor einigen Wochen per Kompromiss beendeten Streit zwischen Puma und dem Fußball-Weltverband FIFA wollte Zeitz sich nicht detailliert äußern. Es ging um die Einteiler von Kamerun beim letzten Afrika Cup und die daraus resultierende Millionen-Klage des Ausrüsters gegen die FIFA. "Es gibt Regeln, und wir sind eine innovative Firma. Da ist es natürlich, dass man versucht, die Regeln so weit wie möglich auszudehnen. Wir werden auch bei der WM wieder mit Überraschungen aufwarten, aber ich bin sicher, dass es keinen Ärger mit der FIFA gibt."

FIFA nascht Ferrero

Auch im Kampf um die WM-Markenrechte hat sich die FIFA durchgesetzt. Das Europäische Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt bestätigte, dass nur Partner der FIFA die Eventmarken "WM 2006", "Fußball WM 2006", "WM Deutschland", "Deutschland 2006" und "WM Deutschland 2006" verwenden dürfen. Der Süßwarenhersteller Ferrero hatte beim HABM die Löschung der FIFA-Marken wegen fehlender Unterscheidungskraft beantragt. (red, sid - DER STANDARD PRINTAUSGABE 5.11. 2005)

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