Khamenei: "Wir bedrohen kein Land"

10. November 2005, 13:42
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Beschwichtigungsversuch Teherans nach Ahmadinejads Hasstiraden gegen Israel

Teheran – Der oberster iranische Führer, Ayatollah Ali Khamenei, hat nach den Israel-feindlichen Äußerungen von Präsident Mahmud Ahmadi-Nejad betont, dass der Iran kein anderes Land bedrohe. "Wir werden weder irgendein anderes Land auf der Welt angreifen noch dessen Rechte verletzen", erklärte Khamenei am Freitag bei einer Feier zum Ausklang des islamischen Fastenmonats Ramadan in Teheran. Ahmadi-Nejad hatte mit der Forderung, den "Schandfleck Israel aus der islamischen Welt zu tilgen", internationale Empörung hervorgerufen.

Israel warnt davor, dass der Iran schon in naher Zukunft eine Atombombe bauen könnte. Israel soll über detaillierte Pläne zur Zerstörung iranischer Atomanlagen verfügen. Mit einem spektakulären Lufteinsatz hatte Israel 1981 den mit französischer Hilfe errichteten irakischen Forschungsreaktor "Osirak" zerstört. Die iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) hatten mehrmals gedroht, Israel würde "von der Weltkarte verschwinden", sollte es versuchen, die iranischen Atomanlagen anzugreifen.

In Rom haben am Donnerstagabend mehr als zehntausend Menschen gegen die Israel-feindlichen Äußerungen des iranischen Präsidenten demonstriert. Italiens Außenminister Gianfranco Fini sagte seine Teilnahme dagegen kurzfristig ab, weil er "schädigende Folgen" für sein Land fürchtete. Zuvor war es zu Demonstrationen vor der italienischen Botschaft in Teheran gekommen. (dpa, AFP/DER STANDARD, Printausgabe, 5./6.11.2005)

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