"Frankfurter Rundschau" soll 2006 verkauft werden

21. November 2005, 11:08
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SPD-eigenes Verlagshaus mit weniger Gewinn

Die SPD-eigene Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) hat im vergangenen Geschäftsjahr weniger Gewinn erwirtschaftet. Der Jahresüberschuss sei um rund eine Million auf 11,5 Mio. Euro gefallen, teilte die ddvg in Hamburg mit. Die Mehrheit an der "Frankfurter Rundschau" soll im kommenden Jahr verkauft werden.

Die Verlage hätten sich in einem für die Branche schwierigen Umfeld erfolgreich behauptet, betonte SPD-Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier. Die ddvg ist bundesweit überwiegend an regionalen Zeitungsverlagen, Druckereien und Handelsgesellschaften beteiligt.

Kerngeschäft läuft gut

Der Gewinnrückgang im Jahr 2004 ist laut ddvg-Geschäftsführer Jens Berendsen vor allem auf einen Anstieg der Steuerrückstellungen zurückzuführen. Das Kerngeschäft laufe aber gut. Das Betriebsergebnis sei um 3,8 auf 22,9 Mio. Euro gestiegen. Das entspreche einem deutlichen Zuwachs von 20 Prozent. Alle Sparten hätten sich positiv entwickelt, allen voran die Medienbeteiligungen, betonte er. Hier sei es durch Reduzierung der Kosten gelungen, die strukturellen Probleme der Zeitungsbranche zu kompensieren.

Restrukturierung plangemäß

Das Engagement bei der "Frankfurter Rundschau", bei der die ddvg im April 2004 gut 90 Prozent der Anteile übernommen hatte, hat den Angaben zufolge das Finanzergebnis hingegen leicht belastet. Die Restrukturierung laufe aber plangemäß, der angepeilte Stellenabbau auf 720 Vollzeitstellen sei umgesetzt. 2006 solle die Mehrheit an dem Traditionsblatt verkauft werden, sagte Wettig-Danielmeier. Es gebe mehrere inländische Interessenten aus dem Verlagswesen. Weitere Angaben wollte sie nicht machen.

Aus dem Gewinn der ddvg fließen rund 6,5 Mio. Euro an die SPD. Das Geld werde überwiegend zur Finanzierung der Parteizentrale, des Berliner Willy-Brandt-Hauses, verwendet, sagte Wettig-Danielmeier. (APA/AP)

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