Minister der Lega Nord vergleicht Immigranten mit Barbaren

3. November 2005, 11:22
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Neue Kampagne der Rechtspopulisten gegen die Einwanderung - Lega Nord fürchtet Untergang der westlichen Zivilisation

Rom - Der italienische Justizminister Roberto Castelli, Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord, hat eine neue Attacke gegen Einwanderer gerichtet und die Immigration mit den barbarischen Invasionen verglichen, die das Römische Reich zu Fall gebracht haben. "Die Ähnlichkeit zwischen der heutigen Immigration und dem, was dem Römischen Reich zwischen dem dritten und dem fünften Jahrhundert nach Christus geschehen war, ist groß", so Castelli im Interview mit der rechten Tageszeitung "Il Giornale" am Dienstag.

"Die römische Zivilisation ist zusammengebrochen und ist untergegangen. Bei uns ist etwas Ähnliches im Gange, uns droht dasselbe Ende", betonte der Minister. "Die westliche Zivilisation ist aus eigenem Verschulden bereits in der Krise. Die Linke will ihr den Todesstoss versetzen, indem sie die Globalisierung, die Destabilisierung der traditionellen Familie, die Homosexuellen und die Öffnung der Tore für die Immigranten fördert. Auf diese Weise werden uns die Barbaren erobern", so der Minister.

"Verlust der katholischen Wurzeln"

Castelli beklagte den Verlust der katholischen Wurzeln Italiens. "Ich hatte kürzlich eine Zeitung der Caritas in der Hand. Ich hab vergeblich nach einem Kreuz, oder nach einem anderen Zeichen unserer katholischen Geschichte gesucht. Ich habe nichts gefunden, in der Zeitung war aber immer wieder vom Islam die Rede", so Castelli.

Die Zahl der Ausländer in Italien wächst rasant. 2,8 Millionen Ausländer leben mit Aufenthaltsgenehmigung in dem Land, in zehn Jahren werden es doppelt so viel sein, ergab eine jüngst veröffentlichte Studie der Caritas über die Immigrationsströme in Italien. Allein im letzten Jahr sei die Zahl der Immigranten um 200.000 Menschen gewachsen. Italien ist somit nach Deutschland und Frankreich zum Land mit der stärksten Ausländerzahl aufgerückt.

In Großstädten wie Rom und Mailand machen Immigranten zirka zehn Prozent der Bevölkerung aus, wie es auch in anderen europäischen Städten der Fall ist. Etwa ein Zehntel der Geburten in Italien - zirka eine halbe Million - entfällt auf Immigranten. Vier Prozent der Schüler in den italienischen Schulen sind Ausländer. (APA)

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    Der italienische Justizminister Roberto Castelli fürchtet in Italien um die "westliche Zivilisation".

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