Versalzener Badespaß im Hallstätter See

2. November 2005, 08:18
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3.000 Tonnen Salz im Hallstätter See - Kompetenz-Wirrwarr im Behördendschungel

Hallstatt - Nachdem vor zehn Tagen 3.000 Tonnen Salz in den Hallstätter See geflossen sind, fühlt sich bis heute keine Behörde für das aufgetretene Problem zuständig. Weder das Umweltministerium, noch das Wirtschaftsministerium oder die Wasserrechtsbehörde können umfassende Auskunft erteilen, wissen zum Teil nicht einmal, was eigentlich passiert ist und verwiesen im Gespräch mit pressetext immer wieder auf die jeweils anderen. Zudem scheinen auch innerhalb der Behörden die Zuständigkeiten nicht genügend geklärt.

"Bei einem Seevolumen von 557 Mio. Kubikmeter sind 11.000 Kubikmeter Sole in den See geflossen. Zwar sind aktuell keine negativen Auswirkungen auf den Fischbestand oder die Wasserqualität zu messen, doch muss man auf jeden Fall beobachten, was weiter passiert", meint Wolfgang Freistädter, Jurist der Wasserrechtsbehörde Gmunden.

Salz am Grund des Sees

Friedrich Hefler, Leiter der Abteilung für fachliche Grundsätze der Wasserwirtschaft des Umweltministeriums, erklärt: "Vier bis acht Gramm Salz oder 250 Gramm Sole pro Liter Wasser wirken sich toxisch auf den Organismus aus. Da Solelösung schwerer als Wasser ist, liegt das Salz jetzt am Grund des Sees. Ich würde mir weniger Sorgen um Flora und Fauna machen, als vielmehr um Grundwasser und Boden." Doch könne auch er zum gegebenen Zeitpunkt noch keine stichhaltigen Aussagen machen.

Eine gesättigte Salzwasserlösung trat von Mittwoch, 19. Oktober 2005, bis Donnerstag, 20. Oktober 2005, aus dem Franz-Josef-Stollen in Hallstatt aus und floss über den Mühlbach in den Hallstätter See. Wie Paul Rettenbacher, Pressesprecher der Salinen Austria AG sagte, handle es sich um 3000 Tonnen Salz, die nun auf dem Grund des Sees lägen. Die Ursache für den Zwischenfall werde noch erhoben, doch mit großer Wahrscheinlichkeit sei eine defekte Leitung des Hallstätter Salzbergwerks an dem Unfall Schuld. Flora und Fauna wären aber zu keiner Zeit gefährdet gewesen, so Rettenbacher. (pte)

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