Schwere Kämpfe mit mindestens 80 Toten

4. November 2005, 09:54
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FARC-Rebellen griffen Lager rechter Paramilitärs an

Bogotá - Bei ungewöhnlich schweren und verlustreichen Kämpfen zwischen linken Aufständischen und rechten Paramilitärs in Kolumbien sind mindestens 80 Bewaffnete beider Seiten getötet worden. Rebellen der marxistischen "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) hätten in der Früh ein Lager der "Vereinigten Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens" (AUC) in der im Westen des Landes gelegenen Gemeinde San Jose del Palmar angegriffen, teilten die Behörden am Donnerstag weiter mit.

Kontrolle um Provinz Choco

"Es liegen überall Tote herum, und viele Menschen werden vermisst", sagte der örtliche Beauftragte für Menschenrechte, Victor Mosquera. Etwa 100 AUC-Mitglieder seien verletzt worden. Inzwischen seien Truppen in die Region in der Provinz Choco entsandt worden, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Die Rebellen und die Paramilitärs machen sich seit langem die Kontrolle über die Provinz Choco streitig, die wegen der Schmuggelrouten für Drogen und Waffen zur Pazifikküste von strategischer Bedeutung ist.

Die FARC sind mit etwa 18.000 Männern und Frauen unter Waffen die größte Rebellengruppe des südamerikanischen Landes und bekämpfen den Staat schon seit mehr als 41 Jahren. Die AUC wurden in den 80er Jahren von Großgrundbesitzern als Privatarmee zum Schutz gegen die Rebellen gegründet. Später machten sie sich selbstständig und stiegen in großem Stil in den Drogenhandel ein, aus dem sich auch die Rebellen finanzieren. (APA/dpa)

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